Was denkst du denn?

Was denkst du denn?

Der Mit- und Nachdenkpodcast

Digitaler Müll und Demokratie

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"The Cleaners" ist ein Film über die Content Moderator, die für Facebook, Youtube, Google und Co. Inhalte überprüfen und löschen, die wir nicht sehen sollen. Das klingt erst mal ziemlich gut, wirft aber bald ziemlich viele Fragen auf. Das mussten auch die beiden Filmemacher Hans Block und Moritz Riesewieck feststellen. Sie waren auf den Philippinen, genauer gesagt in Manila unterwegs, und haben dort Menschen getroffen, die als Content Moderator jeden Tag stundenlang die Dinge sichten, die wir nicht sehen sollen - und meistens auch nicht möchten. In sekundenschnelle müssen diese Menschen entscheiden: Darf dieses Bild oder Video auf dem Netzwerk bleiben oder nicht? Schwarz oder weiß. Delete oder ignore. Wie komplex diese Entscheidung wirklich ist und was auf der physischen und psychologischen Ebene mit den Menschen passiert, die unseren digitalen Müll sortieren, das zeigt der Film "The Cleaners" sehr drastisch.

Wir sprechen mit Hans Block und Moritz Riesewieck darüber, was das eigentlich für uns und unsere Gesellschaft bedeutet, wenn wir Öffentlichkeit outsourcen. Was ist das für eine Art Zensur? Warum findet das Ganze ausgerechnet in Manila statt? Wie sauber ist der Job? Was macht das mit uns und unserer Gesellschaft, wenn Emotionen auf sechs Emoticons beschränkt werden? Wenn das Design eines Netzwerks so gestaltet ist, dass es unsere Affekthandlungen belohnt? Warum suchen wir Anerkennung in sozialen Netzwerken statt im echten Leben?

Durchgebimmelt und geläutert

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Wie wir Werte definieren, ist eine Sache. Die andere ist: Warum machen wir das eigentlich? Und wie gelingt es uns, gemeinsame Werte zu finden? Als Gesellschaft, die ja grundsätzlich erstmal aus sehr vielen, sehr verschiedenen Menschen besteht, die sehr verschiedene Motive und Bestrebungen haben. Und weil Rita das einfach viel besser erklären kann als Nora, gibt es an der Stelle ausnahmsweise als kleines Vorab ein Zitat aus dem Podcast:

"Rousseau analysiert den Ist-Zustand seiner Gesellschaft und sagt, das ist im Wesentlichen außer sich sein. Man versucht zu gefallen, in Gesellschaft zu funktionieren und so weiter.

Dann gibts den hypothetischen Naturzustand, der wäre bei sich sein, also so in sich ruhend genau das machen, was mir entspricht. Und der visionäre Zustand einer Gesellschaft, die zusammenkäme, wäre der des Allgemein Seins. Also ein Gemeinwesen, das sozusagen vermittelt zwischen dem Bei-Sich-Sein und Außer-Sich-Sein. Und zwar so, dass niemand Freiheit dabei verliert. Und dann müssen wir uns natürlich über Werte unterhalten. Wie können wir das machen? Wie können wir allgemein sein? Auf welche allgemeinen Vorstellungen können wir uns verständigen?"

"Ich liebe dich für 2,99!"

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Wir haben Hörerpost bekommen - und eine Frage dazu: Was sind eigentlich Werte? Wie definieren wir die? Sehr gute Frage! Und eine von Ritas schlauen Antworten: "Wert ist ein Beziehungsbegriff, weil Menschen Werte zuweisen". Dafür benutzen wir Maßstäbe. Zum Beispiel bei einem Wert wie Wahrheit. Wie wahr ist etwas? Oder für wie wahr halten wir etwas? Und ist das Wahrere dann auch das Bessere? Schließlich kann Wahrheit manchmal ganz schön unangenehm sein. Und was ist eigentlich mit sowas wie Pünktlichkeit? Wir sagen ja: "Ich lege Wert auf Pünktlichkeit", aber ist damit Pünktlichkeit schon ein Wert an sich? Und was passiert mit einem Wert eigentlich, wenn ihn niemand mehr beachtet oder wenn wir ihn als hinderlich für die Gesellschaft verwerfen? Gibt es den viel beklagten Werteverfall wirklich? Oder findet eher ein Wertewandel statt? Ihr seht schon: Viele Fragen, die sich da auftun - und die Rita und Nora versuchen für euch ein bisschen zu klären.

Von der guten Abrichtung gelehriger Körper

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Warum stresst es uns eigentlich, wenn wir eine Prüfung ablegen müssen? Was verursacht Lampenfieber vor oder bei einem Auftritt? Diese Frage hat uns Hörerin Kati gestellt, die selber kein Problem mit Prüfungen und großen Auftritten hat. Und während Rita eher eine Art Prüfungsunwohlsein verspürt, kennt Nora das mit der Prüfungsangst ganz gut.

Humanismus, Menschenwürde und Idealismus

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Ist Menschenwürde verhandelbar? Ist Humanismus weltfremd? Und leben Idealisten in einer Scheinwelt? Die aktuellen Debatten sind hoch spannend, wenn auch nicht immer erfreulich. Denn wie sinnvoll ist es, sein Handeln auf ein Ideal auszurichten, wenn wir daran eh nur scheitern können? Für Rita und Nora gar kein Problem. Denn Scheitern gehört schließlich zum Leben dazu. Und doch ist auch das Scheitern schrecklich - nämlich immer dann, wenn wir daran scheitern, Ideale in die reale Welt zu überführen. Wenn es uns nicht mal gelingt, das Machbare umzusetzen. Wie im Fall der Seenotrettung. Oder wenn wir darüber verhandeln, ob es richtig oder falsch ist, Menschen aus dem Mittelmeer zu retten, statt es einfach zu tun. Denn während wir verhandeln und uns streiten, sterben Menschen. Zu Tausenden.

Vom Schenken und Sharen

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Geschenkeeeee!!!! Die meisten Menschen freuen sich wahrscheinlich darüber. Aber die Sache mit dem Schenken hat so ihre Ambivalenzen. Zum Beispiel, wenn das Geschenk dem oder der Beschenkten so gar nicht gefällt (und sich das dann auch noch jährlich wiederholt).

Das Leben ist das Unerwartete

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Überraschungen. Diese Momente, in denen sich jemand euer Drehbuch des Lebens schnappt und einfach mittendrin anfängt, da eine eigene, wilde Story reinzuschreiben. Und dann stehen wir da und versuchen, irgendwie mit diesem neuen Handlungsstrang umzugehen. Ohne, dass wir dafür einen konkreten Plan hätten. So ist es Nora im Januar 2018 gegangen. Ein Ereignis jagt das nächste - mit nichts davon war wirklich zu rechnen. Und dann? Tja, was dann? Erst mal einfach weitermachen - irgendwie.
Anhand dieser persönlichen Geschichte voller seltsamer und bisweilen dramatischer Wendungen versuchen sich Rita und Nora dem Phänomen des Unerwarteten und Fremden zu nähern. Das natürlich auch durch positive Überraschungen herbeigeführt werden kann. Und Nora lernt ein neues, sehr langes Wort: Inkommensurabilität. Das lasst ihr euch aber besser mal von Rita erklären.

Von der Kunst, etwas zur Welt zu bringen

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Im eurozentristischen Weltbild denken wir das Leben gerne vom Tod her. Da kann man so schön denken und reflektieren. Man hat ja allerhand erlebt. Mit Neuanfängen sieht das schon anders aus. Im Prinzip das völlige Chaos. Alles verändert sich, nichts läuft mehr wie geplant. Dabei ist es fast egal, ob wir ein Kind auf die Welt bringen und uns neu finden müssen in der Rolle als Mutter oder Vater. Oder ob wir einen neuen Job anfangen. Ein neues Projekt in Angriff nehmen, das uns eine Nummer zu groß scheint. Oder uns für eine einschneidende Veränderung in unserem Leben entscheiden.
Wobei so eine Geburt - das ist dann doch auch noch mal etwas sehr besonderes. Und deshalb haben wir uns eine Expertin dazu geholt: Die Hebamme Alexandra Kozma.

Die Bilanz am Ende aller Tage

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Klar, wenn die Eltern sterben - oder andere nahe Angehörige - dann ist da erstmal Trauer. Aber die Sache mit dem Erbe lässt nicht lange auf sich warten. Ob wir wollen oder nicht - wir müssen uns damit beschäftigen. Egal, ob es am Ende etwas zu verteilen gibt oder nicht. Und genau an der Stelle gibt es dann oft Streit zwischen Angehörigen. Aber warum eigentlich?
Rita und Nora haben diesmal die Psychotherapeutin Ulrike Sckaer zu Gast. Warum wird am Ende eines Lebens eigentlich bilanziert? Lassen sich Beziehungen da überhaupt einordnen? Wieso klären wir solche Sachen nicht zu Lebzeiten? Denn eigentlich könnte man doch ganz nüchtern einfach Dinge verteilen. Nur: So nüchtern ist die Geschichte eben nicht. Es geht um Emotionen, um Hunger nach Liebe, um Wut und Gier. Und auch der Generationenvertrag spielt eine Rolle, wenn es darum geht, das materielle oder emotionale Erbe zu verteilen.

Erschöpfende Möglichkeiten der Kommunikation

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Die Mail bleibt tagelang ungelesen im Posteingang. Die whatsapp-Nachricht wird gelesen, aber nicht beantwortet. Und seit einer Woche mahnt uns die rote Zahl in der Telefon-App, dass noch Rückrufe zu tätigen sind. Es sind nicht irgendwelche Nachrichten und Kommunikationswünsche, die uns da erreichen. Es sind die Nachrichten und Kommunikationswünsche von Freunden - oder sogar der Familie. Und trotzdem antworten wir nicht. Weil es uns zu viel ist. Weil wir nicht mehr antworten wollen oder können.

Rita und Nora suchen nach Gründen für die Kommunikationsüberforderung. Machen Bekanntschaft mit der Schamschleife, die das sich dann doch wieder Melden immer weiter hinauszögert und den damit verbundenen Kommunikationsmissverständnissen, die dadurch entstehen. Welche Folgen hat es, dass wir Kommunikation immer häufiger nebenbei erledigen? Und vor allem kommunizieren, um Arbeit zu erledigen oder unser Leben zu organisieren. Geht uns dabei vielleicht die Kommunikationslust verloren?

Über diesen Podcast

Wo ist die Schamgrenze - zum Beispiel in der Sauna? Wie läuft das mit Schuld und Entschuldigung? Und darf ich eigentlich die politische und moralische Haltung von jemandem in Frage stellen? Rita Molzberger und Nora Hespers stellen sich all diese Fragen und diskutieren. Mal mehr mal weniger fachlich, aber immer auf der Suche nach Erkenntnisgewinn. Klingt bierernst, ist aber mitunter ganz schön witzig. Denn erst mal gibt es keine Denkverbote. Wir umkreisen Themen, decken auf, fragen nach, stellen Vermutungen an, sind uns oft einig - aber lernen immer wieder auch was Neues dazu. Wir haben einfach Spaß daran, laut zu denken. Denkt doch einfach 'n bisschen mit!

von und mit Nora Hespers und Rita Molzberger

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