Was denkst du denn?

Was denkst du denn?

Der Mit- und Nachdenkpodcast

Das Handwerk der Freiheit

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Freiheit - ein großes Wort, das vor allem in der Werbung gerne genutzt wird - gerne begleitet von einem weiteren großen Wort: dem Glück. Und wie erreichen wir das? Genau. Durch Konsum. Klingt komisch? Finden wir auch. Und deshalb haben wir uns mal mit dem beschäftigt, was dem zu Grunde liegt. Dem freien Willen. Und weil das so viel Spaß macht, haben wir uns gleich auch noch einen Gast dazu geholt: Dr. Aaron Langenfeld, Theologe an der Uni Paderborn. Aber keine Sorge, es geht nicht um das Göttliche, sondern um das Menschliche an der Freiheit und die Frage: Müssen wir wirklich und zu jeder Sekunde frei entscheiden? Macht uns Wahlfreiheit unfrei, wenn jemand anders entscheidet, aus welchen Möglichkeiten wir überhaupt wählen können?

Sport ist gesellschaftspolitische Bewegung

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In schöner Regelmäßigkeit erklingt der Chor derer, die "Politik raus aus den Stadien" fordern. Gerne dann, wenn sich Vereine klar gegen Rechtsextremismus und Rassismus stellen. Am medienwirksamsten funktioniert das natürlich im Fußball. Der ist in Deutschland quasi omnipräsent. Aber auch dann, wenn Athleten aufstehen, um gegen Diskriminierung zu protestieren - oder Homophobie. Rita und Nora werfen einen Blick in den Rückspiegel und die Sportentwicklung der Neuzeit. Unsere heutige Vorstellung von Sport und Fairness und sportlicher Bewegung ist nämlich noch ziemlich neu. Und an vielen Stellen lässt sich feststellen: Sport hat immer wieder gesellschaftspolitische Bewegungen beeinflusst, wurde für politische Zwecke ge- und missbraucht.

Political Correctness und die Frage nach dem Kontext

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Political Correctness - oder auf deutsch: Politische Korrektheit - ist immer wieder Anlass für heftige Streitigkeiten. Egal ob in sozialen Netzwerken oder im echten Leben. Während die einen meinen, man dürfe dieses oder jenes nicht sagen, fordern die anderen ihr Recht ein, sich "frei Schnauze" äußern zu dürfen. Und ganz ehrlich: Sowohl Rita als auch Nora hatten vor dieser Folge ein wenig Sorge, sich ordentlich in die Haare zu bekommen. Es ist aber auch gar nicht so einfach, das alles. Denn was genau politisch korrekt ist, ändert sich im Laufe der Zeit. So wie sich eben auch Sprache und Gesellschaft überhaupt ständig verändern. Wie also können wir mit dem Thema umgehen, ohne den Sprechakt zum "Fettnäpfchen-Wetthüpfen" zu machen?

Die Privatsphäre einer sterbenden Tulpe

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Was hat eine Tulpe kurz vor dem Verblühen eigentlich mit Öffentlichkeit zu tun? Erstaunlich viel, vor allem, wenn wir eh gerade über die Spähren von Öffentlichkeit und Privatheit sprechen. Und das ist weit komplexer als es auf den ersten Blick erscheint. Denn in Zeiten von Smartphones, in Zeiten, in denen sich fast jeder Mensch per Foto oder Video Zugang zu einer breiten Öffentlichkeit verschaffen kann, spielt noch ein ganz anderer Faktor mit in dieses Thema rein. Nämlich die Frage danach, was gehört eigentlich veröffentlicht? Was empfinden wir noch als privat, wenn zum Beispiel Youtuber aus ihrem Wohnzimmer senden und uns fortwährend Einblick in ihr - vermeintliches - Privatleben gewähren? Was gehört veröffentlicht und wo sollten wir kurz innehalten und uns fragen, ob wir vielleicht doch nicht auf den Sendenbutton drücken und unsere Erlebnisse mit aller Welt teilen?
In dieser Folge entsteht so viel Gehirnfutter, dass Rita und Nora am Ende selber etwas ratlos dastehen mit all den Begrifflichkeiten. Das war definitiv nicht die letzte Folge zu diesem Thema.

Nicht domestizierte Zeit und "rasender Stillstand"

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Warten. Puh. Langweilig. Was nur tun in dieser nutzlos verstreichenden Zeit? In diesem Ärgernis des Alltags. In dieser Zeitspanne des Stillstands, in der einfach nichts voranzugehen scheint. Im Stau. An der Ampel. In der verstreichenden Zeit bis zum nächsten Date, den Feierabend oder das Wochende? Warten scheint in unserer Gesellschaft irgendwie unerwünscht zu sein. Wenn alles funktioniert, alles reibungslos ineinandergreift, jede Sekunde sinnvoll genutzt ist, dann müssen wir nicht mehr warten. Aber lässt sich dem Warten vielleicht auch eine gute Seite abgewinnen? Wie warten wir eigentlich, wenn wir mal nicht unser Smartphone in der Hand haben? Warten - können wir jetzt schon feststellen, ist vielfältiger als es den Anschein hat. Und fordert uns auf eine ganz eigene Art und Weise.

Von Widerstand und Kritikäffchen

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Das hier ist eine echte Folge 2. Eine Fortsetzung. Denn wir haben uns so lange mit dem Hannah Arendt Zitat: "Kein Mensch hat das Recht zu gehorchen BEI KANT" beschäftigt, dass wir die entscheidende Frage gar nicht klären konnten. Wenn es kein Recht zu gehorchen gibt, gibt es dann eine Pflicht zum Widerstand?
Um das zu klären lohnt sich natürlich erst mal zu fragen: Was ist denn Widerstand? Oder besser: Wann ist denn was eigentlich Widerstand? Und reicht nicht auch Widerspruch? Wie viel davon verträgt denn eine Demokratie? Ihr merkt schon, das wird wieder eine bunte Reise durch verschiedene Perspektiven auf das Thema. Beginnend bei der Vita Activa von Hannah Arendt.

Geschwimmflügelte Worte

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Eine Diskussion darüber, ob man sich in bestimmten Situationen "brav" ist und sich lieber nicht einmischt oder im Gegenteil sich nicht doch auf jeden Fall einmischen muss, hat ein altbekanntes Zitat wieder an die Oberfläche gespült: "Niemand hat das Recht zu gehorchen!" - So stand das Zitat zumindest vor gut zwei Jahren auf einem Infoscreen in der Berliner U-Bahn. Autorin des Zitats: Hannah Arendt. War zumindest so angegeben.
Beim Googlen nach dem Zitat fällt dann aber auf. Das hat Hannah Arendt zwar fast so gesagt, aber es fehlten zwei entscheidende Dinge: ersten die beiden Wörtchen "bei Kant" - und zweitens der Kontext.
Und so stellen sich Rita und Nora der Frage, inwieweit der Kontext zwingend notwendig ist für das Hannah Arendt Zitat und ob es nicht doch in seiner Verkürzung trotzdem noch Sinn ergeben kann.

Der #metoo-Diskurs

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Die Schauspielerin Catherine Deneuve unterschreibt einen offenen Brief, der - salopp gesprochen - für ein "Recht auf Belästigung" plädiert. Damit bekommt die #metoo-Debatte neues Futter. Jetzt hat sie den offenen Brief - ein gemeinschaftliches Schriftstück von fünf Autorinnen - aber nicht selber geschrieben, sie war also nicht die Autorin des Briefes. Das führt uns zu der Frage: Wie viel Autor:in steckt im Werk? Wie verhält es sich mit anderen Werken? Zum Beispiel Filmen von Harvey Weinstein, Woodey Allen. Oder mit Kevin Spacey?

Rita und Nora betrachten den Diskurs, seine bisherigen Auswirkungen und stellen die Frage nach dem nächsten Schritt. Welche Bedeutung hat der offene Brief, den Catherine Deneuve unterzeichnet hat, für den Diskurs? Welche Bedeutung haben die Werke? An welcher Stelle lohnt sich ein Boykott? Ist er sogar moralisch erforderlich? Natürlich fließen auch persönliche Erfahrungen mit ein. Warum ist es so schwierig, sich Gehör zu verschaffen?

An dieser Stelle sollen noch schnell ein paar kleine Korrekturen mitgeliefert werden: House of Cards wurde offiziell nicht abgesetzt. Kevin Spacey wurde jedoch gefeuert, aus Szenen entfernt und die - angeblich eh schon geplante - letzte Staffel findet ohne ihn statt.

Und: Kim Basinger ist - ihr habt es sicherlich schon geahnt - Sharon Stone.

Du bist nicht, was du denkst

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Fatih Çevikkollu ist Kabarettist und Schauspieler. Während seiner Ausbildung an der Ernst Busch Schauspielschule hat es ordentlich geknirscht, sagt er. Auch bei der Auseinandersetzung mit sich selbst. Denn Kritik gehört zum Beruf des Schauspielers. Und wenn ständig alles, was man macht in der Kritik steht, stellt sich unweigerlich die Frage: Wer oder was wird hier die ganze Zeit kritisiert? Bin ich das? Und wer bin ich denn eigentlich? Oder was davon?
Dieser spannenden Frage nach dem Selbst gehen wir in dieser Episode nach - und landen unweigerlich bei Nietzsche und Kant. Bei Themen wie der vergeblichen Suche nach einem Wesenskern, der damit verbundenen Unsicherheit, aber auch der Freiheit. Es geht um Autonomie und neu zu findendes Miteinander. Denn wo jeder Ich sagt, wo ist dann das Wir? Und wie können wir das gemeinschaftlich verhandeln? Welche Rolle spielt da bei die (digitale) Kommunikation?

Die Natur will das so!

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Ein völlig überzüchtetes Araberpferd hat die Gemüter im Netz höher schlagen lassen! Grotesk und ekelhaft fanden die einen, supersüß und perfekt die anderen. In diesem Streit können wir natürlich nicht vermitteln. Aber wir haben uns gefragt: Warum züchtet der Mensch eigentlich Tiere? Und wann ist das in Ordnung? Dürfen wir Tiere züchten, um sie zu essen? Denn dann erschaffen wir leben eigens zu dem Zweck es wieder zu vernichten. Und während wir das immerhin mit der Notwendigkeit der Ernährung noch rechtfertigen können, was ist mit der Zucht aus rein ästhetischen Gründen? Und daraus resultierenden Qualzuchten?
Wir wandeln auf den Pfaden Rousseaus, beschäftigen uns mit Douglas Adams - und Ritas Fotosammlung von Dingen, die unbedingt gegessen werden wollen, wie das lecker dicke Schweinchen mit der Gabel im Po - oder die Pommestüte, die sich selbst verzehrt.

Über diesen Podcast

Wo ist die Schamgrenze - zum Beispiel in der Sauna? Wie läuft das mit Schuld und Entschuldigung? Und darf ich eigentlich die politische und moralische Haltung von jemandem in Frage stellen? Rita Molzberger und Nora Hespers stellen sich all diese Fragen und diskutieren. Mal mehr mal weniger fachlich, aber immer auf der Suche nach Erkenntnisgewinn. Klingt bierernst, ist aber mitunter ganz schön witzig. Denn erst mal gibt es keine Denkverbote. Wir umkreisen Themen, decken auf, fragen nach, stellen Vermutungen an, sind uns oft einig - aber lernen immer wieder auch was Neues dazu. Wir haben einfach Spaß daran, laut zu denken. Denkt doch einfach 'n bisschen mit!

von und mit Nora Hespers und Rita Molzberger

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