Es lebe die Ruhelution!
Shownotes
Nach der Folge über das Einmischen fragt Rita: Müssten wir uns nicht auch mal in Ruhe lassen? Und da schließt sich natürlich die Frage an, wer muss eigentlich wen in Ruhe lassen? Zu welchem Zeitpunkt ist Ruhe wichtig? Und wer hat denn überhaupt ein Recht auf Ruhe? Fragen, die ziemlich viel aufwühlen und zu Tage fördern. So ruhig ist es dann in dieser Podcastfolge dann doch nicht und deshalb rauschen im Hintergrund nicht nur die Züge hinterm Schrebergartenstudio durch, sondern auch die Gedanken.
Ritas Literaturliste:
- Arendt, Hannah (2002): Denktagebuch. Erster Band. Hrsg. von Ursula Ludz und Ingeborg Nordmann. München/Zürich: Piper, 2002. [Vgl. Eintrag zu Liebe, Ehe und Freundschaft, Dezember 1950]
- Augustinus (1987): Confessiones – Bekenntnisse. Lateinisch-Deutsch. Übers. von Joseph Bernhart. Frankfurt/Main: Insel.
- Epiktet (1999): Handbüchlein der stoischen Moral. Hrsg. und übers. von Kurt Steinmann. Düsseldorf/Zürich: Artemis & Winkler.
- Epikur (1973): Lehrbriefe und Spruchsammlung. Übers. und hrsg. von Klaus Reich. Stuttgart: Reclam.
- hooks, bell (2000): All About Love: New Visions. New York: William Morrow.
- Konersmann, Ralf (2015). Die Unruhe der Welt: Über die Weigerung, die Dinge auf sich beruhen zu lassen. Frankfurt/ Main: S. Fischer.
- Moor, Paul (1952): Zur Psychologie und Pädagogik des inneren Haltes. In: Psyche 6, Nr. 2, S. 144–145.
- Pessoa, Fernando (2003). Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares. Aus dem Portugiesischen übersetzt von Inés Koebel. Mit einem Nachwort von Egon Ammann. Zürich: Ammann.
- Rössler, Beate (2017). Autonomie: Ein Versuch über das gelungene Leben. Berlin: Suhrkamp.
Transkript anzeigen
00:00:02:
00:00:10: Hallo und herzlich willkommen zu.
00:00:11: Was Denkst du denn?
00:00:12: Mein Name ist Nora Hesbers.
00:00:13: Und
00:00:13: meine Rita Holzberge!
00:00:15: Wir haben heute das Gartenstudio wieder eröffnet, endlich wir freuen uns.
00:00:20: und bevor wir jetzt in die aktuelle Folge rein starten wollte ich noch was los werden dass uns auf Mastodon zurückgemeldet worden ist zu der letzten Folge die wir gemacht haben wo es ja darum ging sich in Beziehungen einzumischen.
00:00:33: und zum einen haben Menschen zurückgeschrieben dass sie deswegen auch schon Freundschaften verloren haben.
00:00:39: Das kann ich mir gut vorstellen, dass das dann passiert wenn man so ehrlich miteinander ist und es tut mir auch sehr leid.
00:00:44: Und zum anderen wurde ich darauf hingewiesen, dass es auch Partner gibt.
00:00:48: in dem Fall waren es Partner aber es mögen auch Partnerinnen sein die sozusagen manipulativ ins Freundesumfeld eingreifen also die versuchen die Freundinnen auf ihre Seite zu ziehen um dann der Partnerin den Partner zu suggerieren er wäre das eigene Problem oder sie wäre das eigentliche problem So.
00:01:08: Und das finde ich, ja... Das haben wir nicht thematisiert, dass es das natürlich auch gibt und das ist ein Phänomen diese Manipulation des Umfeldes, dass man durchaus auch erlebt, dass in der Gewaltprävention oder Beratung thematisiert wird.
00:01:24: Deswegen wollte ich das einfach mal hier lassen!
00:01:26: Wir haben das aufgenommen, wir hatten das da nicht mit thematiziert aber das sollte man tatsächlich auch nochmal bedenken wenn man sich dazu äußert Auch mit Freundin entspricht.
00:01:37: Dass es auch einfach sein kann, dass aus dem direkten Umfeld, aus dem Nahfeld so Manipulationsversuche geben kann.
00:01:44: Ja über starke schwache und superschwache Beziehungen hatten wir ja einmal schon gesprochen.
00:01:49: also hat das Sinn das Auszuweiten und das Manipulationsthema mal in allen Ebenen anzugucken, Mikromakro.
00:01:56: Ja vielleicht
00:01:56: müssen wir uns irgendwann auch mal mit so Gaslighting und so beschäftigen.
00:02:00: Es ist nicht schön aber es ist schon auch wichtig finde ich.
00:02:05: Wahrnehmungsbestätigung das sind ja auch wichtige Themen.
00:02:08: Dann denke ich immer man müsste eigentlich mit Psychologin dann sprechen...
00:02:13: Das sollten wir hinbekommen.
00:02:14: Irgendwann
00:02:15: werden wir schon an Land ziehen!
00:02:17: Wir hätten ja schon zwei-drei Mal hier gehabt.
00:02:20: Genau, also das an der Stelle und wo wir ja bei der letzten Folge auch kurz ins Nachdenken gekommen sind ist ja... Also das eine ist ja das Einmischen.
00:02:27: Und das andere ist die Frage danach sollten wir uns vielleicht auch mehr in Ruhe lassen?
00:02:33: Da mit dem Thema ist mir ganz unwohl!
00:02:35: Ja?!
00:02:37: Ich habe da sowas nachgedacht und bin ganz kribbelig geworden.
00:02:41: Schönes Symptom über Ruhe nachdenken und dann total kribbelig werden.
00:02:47: Könnte was mit Neurodivertität zu tun?
00:02:49: Lass mich bloß sich
00:02:51: in der Ruhe.
00:02:52: Ja, nee!
00:02:54: Ich war so bei... Na ja es kommt schon auf die Umstände an.
00:02:57: ich kann Menschen für eine Zeit in Ruhe lassen Dann lassen wir es ruhen, so ohne dass es eine Lösung hat oder eine Aufklärung gibt.
00:03:05: Das macht mich wahnsinnig!
00:03:07: Vielleicht nehmen wir die Hörnern einmal noch kurz mit in die nächste Folge?
00:03:10: Ja,
00:03:11: mach das doch bitte!
00:03:12: Du hast ja alles Wichtige gesagt... Wir hatten uns von der Einmischung in Beziehungen aufgehängt.
00:03:17: bei Kate Mann In die Frage weise ich andere darauf hin, wenn es sowas wie Manipulation oder einen tendenziell schlechtes hinein regieren und psychische Gewalt in Beziehungen gibt.
00:03:29: Habe ich dann das Mandat oder sogar die Pflicht etwas dazu zu sagen?
00:03:34: Es ging also eher darum anderen nicht in Ruhe zu lassen auch in ihren persönlichen Beziehung sie nicht in ruhe zu Lassen.
00:03:40: Also wirklich interpersonal reinzuregieren.
00:03:43: Und dann haben wir lange darüber gesprochen und waren glaube ich in vielen Punkten einig, dass Einmischung Not tut da wo sie gar nicht so erwünscht ist.
00:03:52: Ich wurde immer ruhiger.
00:03:53: gegen Ende war mein Gefühl.
00:03:54: Ich weiß gar nicht ob es stimmt aber ich wurde stiller weil mich dann gedanklich beschäftigt hat ob das nicht auch sein kann dass man den anderen mal in Ruhe lassen muss an den richtigen Stellen.
00:04:04: Aber jetzt ist ja die Frage wo die richtige Stelle ist.
00:04:06: So!
00:04:07: Dann haben wir glaube ich gemeinsam beschlossen Eier da machen wir halt eine Folge dazu.
00:04:10: wie's ist sich in Ruwe zu lassen?
00:04:12: Und daraufhin habe ich jetzt versucht, zum einen dem Phänomen der Ruhe selbst ein Stück nachzugehen.
00:04:20: Philosophiegeschichtlich auch zu fragen was ist denn mit Ruhe gemeint?
00:04:24: Das Thema dann zu wenden auf die interpersonalen Beziehungen weil das halt andockt an dem was wir beim letzten mal gesprochen haben und dann aber auch den Phänomentkreis ein stück zu erweitern und zu fragen Was es über die persönlichen Beziehung hinaus und dass einem das kribbelig macht.
00:04:40: Da würden jetzt manche Menschen gar nicht mit Neurodiversität antworten, sondern sagen das ist kulturphilosophisch interessant dass sich das kribbelig macht.
00:04:51: Denn es gab Zeiten ich spreche jetzt von Europa hauptsächlich bin anderen Denkkorizonten, der ist noch mal ganz anders.
00:05:01: Aber hier war es lange Zeit so, dass Ruhe Wertschätzung erfahren hat auf die eine oder andere Weise.
00:05:08: Vielleicht können wir gleich ja noch unterschiedliche Filme... Nur Ruhe
00:05:10: vor Männern?
00:05:10: Oder auch für Frauen?
00:05:11: Ja, Ruhe an sich schon in einem bestimmten Kontext und auf den anderen hat man ja gar nicht geguckt.
00:05:18: Der Altherg hat da nicht interessiert, wenn Leute gewuppt haben, meibliche Leute.
00:05:24: Also, das gab so ein Grundkonsens des Ruhe irgendwie was Gutes sei.
00:05:29: Und es gibt dann jetzt die anschließende Analyse, dass das spätestens seit der Industrialisierung eigentlich nicht mehr so ist sondern, dass Ruhe als verdächtig gilt und Kapitalismus feindlich.
00:05:43: Also bitte!
00:05:43: Das bringt halt gar nix wenn wir in Ruhe irgendwo rumhängen.
00:05:47: Ruhe, Luzon...
00:05:49: Ja genau Wenn man vor, du entsagst da der Welt und sagst ...
00:05:54: Wir rufen jetzt die Ruhe-Luzion aus.
00:05:57: Ohne dass wir schon irgendwas darüber erzählt hätten!
00:05:59: Und alle so still?
00:06:01: Das ist ja echt so ein Gedanke, wenn sich jetzt alle hinlegen würden.
00:06:03: Wir hatten das im Zusammenhang mit dem Feminismus ja mal kurz diskutiert was das online an einem Tag ausmacht, wenn Menschen mal die Hände in den Schoß legen würden denn tatsächlich.
00:06:14: Also ja, das wäre dann eine Ruhe, die vor allen Dingen Antiarbeit ist.
00:06:18: aber es gibt auch andere Formen von Ruhe Geistig.
00:06:22: Im Garten buddeln Rohr!
00:06:25: Ich nenne Kontheraplation, die Folge der Neologiswünn.
00:06:33: Nee, aber es ist ja schon so das Kontemplation... Ja also natürlich mit Privileg verbunden war immer schon.
00:06:40: da muss man hingucken klar.
00:06:42: Aber ob man sie selbst als Phänomen als was Positives wahrnehmt oder als was Negatives ist ja nochmal eine andere Frage.
00:06:47: Als wem stand sie denn überhaupt zu Gebote?
00:06:50: und tendenziell der Ruhe was beizumessen, was gut ist.
00:06:54: Was wichtig ist, was Menschen zu sich selbst kommen lässt oder zu Gott?
00:06:58: Das wäre der Turn zum Mittelalter.
00:06:59: also in der Antike war es eher so dass man sich um Ruhe gekümmert hat im Sinne von Effektenkontrolle ich glaube von Aristoteles hatten wir das auch schon mal mittelmaßig kontrollieren zur Atheraxie finden also zu einer Gleichmütigkeit nicht von den äußeren Umständen in Ruhe gebracht werden, aber auch nicht vom eigenen Wollensbestrebungen.
00:07:23: und dann zum Mittelalter hin eben die Ruhe in einer metaphysischen Hinsicht zu finden im Hinblick auf Gott und Kontemplation und Meditation und Gebet.
00:07:34: Und heute keine Ahnung wie das so ist wenn Menschen Yoga machen ob sie das eine oder das andere machen.
00:07:39: Aber die aktuellen Positionen im Feminismus zumindest würden eher für eine relative Ruhe sprechen.
00:07:45: Ich habe so den Gedanken, dass es auch wieder sehr individualisiert ist mit der Ruhe auf ganz vielen verschiedenen Ebenen.
00:07:52: Also Feiertage theoretisch sind ja Ruhetage religiöse auch verankert oder also das feiern zumindest zur Arbeit.
00:07:59: Es gibt sogar stille Feiertagen.
00:08:00: Genau!
00:08:01: Es gibt diese stillen Feiertages gegen die massiv rebelliert wird.
00:08:04: Finde ich gut grundsätzlich und wir leben ja in einer diversen Gesellschaft.
00:08:09: Das heißt, wir haben verschiedene Feiertag Und dadurch läuft ja Ruhe und diese Feiertage laufen halt irgendwie so also in Kron, ne?
00:08:17: Also die sind sehr unterschiedlich.
00:08:19: Und auch sehr individualisiert weil wir jetzt Ruhe finden im Yoga-Kursen.
00:08:24: Das sind dann keine Ahnung, zehn, fünfzehn Leute, die gleichzeitig mal eine Runde meditieren.
00:08:29: Ich versuche das seit Jahren auch immer mal wieder.
00:08:34: Es ist schon so dass es auch was bringt.
00:08:36: Also ich merke schon, dass das einen Effekt hat sich einmal zu Ruhe zu setzen.
00:08:40: für fünf bis zehn Minuten muss dann auch reichen.
00:08:45: Lebenskunst im Kleinen?
00:08:48: Naja, aber manchmal reicht es ja schon.
00:08:50: Manchmal reicht es schon sich irgendwie fünf bis zehn Minuten rauszuziehen und es gibt ja Menschen die müssen das sehr aktiv suchen weil sie zum Beispiel sonst sensorisch komplett überfordert sind.
00:09:00: Das ist ja auch sehr individuell wann man da Ruhe braucht wenn diese sensorische Überforderung erreicht ist auch was Arbeits- und Ruhezeiten angeht.
00:09:11: Es gab irgendwie mal so, dann war halt zwischen zwölf und eins wirklich niemand erreichbar.
00:09:15: Da war ein Mittag!
00:09:16: Ja?
00:09:18: So... Auch das hat sich ja eigentlich aufgelöst durch flexible Arbeitszeiten.
00:09:22: Ich will es überhaupt nicht bewerten ich würde nur sagen Ruhe und dass Menschen auch gemeinsam zur Ruhe kommen Das ist etwas, das hat sie über die Jahrzehnte, Jahrhunderte dann irgendwie aufgelöst.
00:09:34: Also ich glaube so individualistisch war Ruhe davor nicht.
00:09:39: Genau, also es gab eher Verabredungen darüber wann Ruhezeiten zu halten sein im Großen und im Kleinen.
00:09:44: Die sind ja jetzt noch gesetzlich festgelegt, fällt mir ein?
00:09:46: Ja an manchen Stellen.
00:09:47: Man lese nach in der Kleingartenordnung oder so.
00:09:50: Da steht das dann wenn man ein Radiogerät rausstellen darf und wann nicht.
00:09:57: Aber das hat ja was mit in Ruhe lassen
00:09:58: zu tun.
00:09:58: Ja natürlich, genau!
00:10:00: Weil das auch eine Form ist andere... Wir haben mit meinem Dasein doch deutlich zu konfrontieren.
00:10:05: ich denke dass wenn Menschen so diese Boxen dabei haben und ihre Musik nicht auf ihren Ohren hören sondern alle hören lassen Das ist psychologisch auch sehr interessant finde ich.
00:10:15: Das Raumnahme?
00:10:16: Ja ja warum man das als notwendig an sieht, das jetzt zu tun.
00:10:20: Manchmal würde ich gerne Fragen haben dann aber tendenziell Schiss vor der Antwort.
00:10:25: Menschen sind vielleicht einfach sehr überzeugt von ihrem Musikgeschmack?
00:10:28: Ja oder so... That man is on a mission!
00:10:31: Wir sollen das alle hören!
00:10:33: Ja gut!
00:10:34: Dann höre ich das kurz mit und fahre auch schnell dran vorbei.
00:10:39: Also, wie wir andere in Ruhe lassen und ob wir sie in Ruher lassen ist auf jeden Fall auch ein gesellschaftliches Thema.
00:10:45: Und nicht nur ein Thema von persönlichen Beziehungen glaube ich, sondern wir können darauf gucken wo wir Ruhezonen auch im öffentlichen Raum haben, wie die gestaltet sind.
00:10:54: zum Teil gibt es ja extra hostile feindliche Möbel damit man dann nicht zur Ruhe kommt und sich nicht hinlegt.
00:11:05: Oder es gibt extra eingerichtete Ruheräume, wo's kühl ist.
00:11:10: Dass man kälte Spaziergänge machen kann weil man den Seniorennen in der Stadt auch was bieten muss im Sommer damit sie überhaupt überleben.
00:11:17: bei
00:11:18: Hotelzwei-Jahreszeiten wird ja alles auch wat wärmer im Sommer.
00:11:22: Das ist schon interessant sich das auch gesamtgesellschaftlich anzugucken.
00:11:26: und was du gesagt hast widerspricht ja dieser kultur theoretischen These gar nicht dass wir tendenziell abschaffen oder es verlagert sich ins individuelle, das wäre ein bisschen differenzierter so wie du es angeboten hast.
00:11:38: Wir haben ja diese Offline-Clubs, fällt mir ein wo Menschen sicher auch aktiv zusammensetzen um gemeinsam Ruhe zu haben zum Beispiel vor äußerer Ablenkung aber eben auch zum Beispiel zum Lesen weil es irgendwie lesend schon recht einsame Tätigkeit ist.
00:11:53: aber wenn dann will man wenigstens in Gemeinschaft tun
00:11:57: Ja oder beobachtet.
00:11:58: Also was ich den Studierenden oft empfehle, weil sie mit der Klage an mich herangetreten sind dass sie das schlechter können sich wegschalten ist das einfach... Das heißt einfach aber auf mehrere Schultern zu verteilen und sich gegenseitig zum üben, zu kontrollieren.
00:12:14: Dass man tatsächlich Ruhe hält.
00:12:16: Alleine schaffen das viele nicht haben sie mir gespiegelt dann da zu sitzen und sich so sagen ich lese jetzt drei Stunden geht nicht.
00:12:22: wenn ich mich aber mit drei anderen verabredet in der Bibliothek wo ich sowieso die Schnauen zu zahlten habe weil sonst jemand sagt dann ist es einfacher auch weil die Anderen sehen dass Ich Jetzt In Ruhe Bin Und bitte nicht angesprochen werden.
00:12:36: Performative Ruhe
00:12:37: in der Bibliothek?
00:12:38: Ja, genau!
00:12:39: Und das Armenten aber ja auch schon immer gebraucht, auch äußere Zeichen dafür wie man sich in Ruhe lässt... Da gibt es ja lange schon Zeichen von.
00:12:47: in den Orden sind die großen Kapuzen der Mönche dafür da dass man dann nicht angesprochen wird.
00:12:52: Das ist davon da, dass sie überhaupt nichts von der Welt mitkriegen also dass Sie sich nicht so beeinflussen lassen.
00:12:57: Heißt aber auch, dass die Mitbrüder einen jetzt einmal gerne nicht anquatschen wollen.
00:13:01: Geil ich wollte
00:13:01: gerade Mitbruder gendern
00:13:03: Kannst du machen?
00:13:05: Bringt wenig.
00:13:06: Aber Marc auch die ein oder andere Personen betroffen haben, ja das ist doof wegen der silben Anzahl in Kirchenlieder.
00:13:13: man versucht es und überhaupt hat man so über die Achtelnoten.
00:13:18: aber wir versuchen alle.
00:13:18: Wackerang ist mein Gefühl immer wenn ich mal so random an irgendeinem Teil nehme.
00:13:23: Das wäre eine schöne Spezialfolge für gegenderte Kirchendieder.
00:13:28: Ich glaube, das ist gar nicht so abseitig.
00:13:30: Nein!
00:13:30: Wenn man es nur punktuell mitkriegt, ist es vor allen Dingen ein silben Geholper.
00:13:36: Aber diese äußeren Zeichen gibt's halt schon länger.
00:13:38: Ich hab zum Beispiel über die lange Tradition des Keinsmals noch mal nachgedacht und das muss
00:13:46: ich mir ganz kurz...
00:13:47: Also kein hat Abel erschlagen?
00:13:50: Ja, das weiß ich wohl.
00:13:52: Das kann Gott nicht so hinnehmen, laut Bibel.
00:13:55: Er ist das Buchmose und sagt dann, er muss sein Leben jetzt so fristen, dass sein Ackerboden keinen Ertrag mehr hat?
00:14:02: Siehe unsere Gurken!
00:14:05: Und vor allen Dingen rastlos und ruhelos wirst du auf der Erde sein.
00:14:11: Das ist so der Fluch.
00:14:12: Und dann sagt er, ja ich werde rastlos und ruhelos auf der Erde sein.
00:14:16: Weil er ein sieht dass das jetzt nicht so toll war seinen eigenen Bruder zu erschlagen.
00:14:20: Die anderen werden mich ja wahrscheinlich erschlagen... ...und dann kriegt er von Gott aber das keins mal,... ...das sowohl zeigt, dass er ein Mörder ist als auch ihn davor schützt von anderen Erschlagen zu werden.
00:14:29: Das heißt die Strafe besteht eigentlich darin wie im Sisyphus-Mythos.
00:14:33: Immer wieder rastlose und ruhelos sein zu müssen.
00:14:38: Und davon nicht erlöst zu werden und sei es denn durch den Tod!
00:14:41: Und das finde ich als Metapher schon interessant, dass ich ein Zeichen an mir trage.
00:14:46: Dass die anderen davor bewahrt mich auch sozusagen zu erlösen.
00:14:51: Immer weiter machen immer weiter!
00:14:54: Das ist ein ganz altes Motiv dieses rastlos und ruhelos auf der Erde wandern und es belegt worden mit sehr unterschiedlichen Zuschreibungen.
00:15:03: auch diese ... Ahasva das ewige Reisen auf den Meeren oder so übernatürliche Gestalten, die nicht zur Ruhe kommen und die unerlösten Seelen.
00:15:13: Und diese Unruhe wurde als was gelesen, was tendenziell nicht wünschenswert ist.
00:15:19: Also Unruh im Sinne von Produktivität wäre ja etwas anderes.
00:15:23: Das ist eine sehr unproduktive Unruhr, die da gezeichnet
00:15:26: wird.".
00:15:28: Kollektivbestrafung am Ende, wenn man das so liest und natürlich auch immer die Rechtfertigung andere eben nicht in Ruhe zu lassen je nach Stand.
00:15:39: Also da wird ja schon eine Hierarchie eingezogen wer Ruhe halten darf und wem das zugestanden wird und wer sich halt abzurakern hat.
00:15:49: damit kann jede Pause verweigert werden aus religiösen Motiven der Beine
00:15:54: Ja, und oder aus politischen oder ökonomischem.
00:15:57: Also wer Pause machen darf ist ein zentrales
00:15:59: Thema.
00:16:00: Und die Ion lässt sich wie Sport von Politik nicht trennen?
00:16:02: Das
00:16:03: ist richtig!
00:16:04: Letztlich ist es ja immer alles politisch.
00:16:06: Das muss man schon so lesen glaube ich auch.
00:16:10: Aber interessant
00:16:11: diese Keinsnummer bringt mich gerade zum Nachdenken.
00:16:13: völlig andere Gleise.
00:16:15: aber diese Kontexte waren wir gar Bekannt bisher.
00:16:18: Vielleicht
00:16:18: hab ich die auch nur aufgerissen, weiß ich nicht ... Aber ich fand es naheliegend, dass man sich fragt wie das so ist unruhig auf der Welt herumzuirren weil das ja schon viele betrifft.
00:16:29: also dieses Gefühl
00:16:30: teilen
00:16:31: glaube ich viele.
00:16:32: Ich habe dann seit der letzten Folge immer mal Leute gefragt bist du tendenziell eher in den Personen in Ruhe oder in Unruhe?
00:16:38: Lest du andere in Ruge oder nicht?
00:16:40: und die meisten beschrieben eher gut kann auch dran liegen dass ich gefragt habe Unruhe.
00:16:48: Du lässt mich ja auch nicht in Ruhe.
00:16:49: Ja, weiß ich.
00:16:52: Daher komme ich mit so Fragen um die Ecke, weil es finde ich auch nicht gut drin.
00:16:55: Kannst du die Leute nicht mehr in Ruhr lassen?
00:16:56: Oh, kann ich halt
00:16:57: total gut!
00:16:59: Das stimmt.
00:16:59: Komischerweise kann ich gut aber wird nicht immer als positiv wahrgenommen sondern als eine Absage an Beziehung.
00:17:09: Die Weise wie ich Menschen in Ruher lasse ist halt sehr, sehr still.
00:17:13: Ich melde mich dann nicht Und ich denke, die Menschen wissen ja, dass ich sie liebe.
00:17:18: Das musste ich denen jetzt nicht dauernd sagen!
00:17:20: Aber zwischen dauerend sagen und zehn Jahre in Ruhe lassen scheint es ein Spektrum zu geben.
00:17:28: Ein kleines,
00:17:29: das ich nicht gut kenne... aber für mich sind da wirklich die modernen feministischen Positionen total interessant weil mit dem anderen bin ich irgendwie gut.
00:17:38: also das kann man denkrisch nachvollziehen.
00:17:40: Da gibt's Ruhe und dann gibt's Unruh und dann gibts Privileg Und dann gibt es Ausnutzung und all diese Verhältnisse, aber das ist relativ klar.
00:17:47: Oder es gibt einen metaphysischen Bezug und ein Grund dafür warum wir Ruhe halten sollten oder Anweisungen darüber wie wir mit anderen ins Gespräch kommen sollen.
00:17:56: so da sind wir aber ja nicht mehr.
00:17:57: Das hatten wir in der letzten Folge schon das Problem sondern wir müssen im Prinzip so eine Ethos der Ruhe oder Unruhe immer selbst entwickeln Miteinander.
00:18:06: Und da finde ich die modernen Position ganz spannend, die jetzt nicht so kulturpässe müsste sein.
00:18:11: Es ist alles so unruhig und wir müssen jetzt mal alle Yoga machen also auch aber nicht nur oder die so leistungsorientierten Wir müssen nur alle ständig in Bewegung bleiben dann ist auch alles okay.
00:18:23: Also das ist mir dann doch auch etwas zu simpel sondern so Positionen, die auf ruhe Räume hinweisen oder Rückzugsorte im Relationalen.
00:18:32: Also dass wir grundsätzlich schon on sind und mit den anderen sind und uns einmischen einfach qua geteiltem Raum.
00:18:40: Wir sind ja miteinander Und dann kann es aber ja Weisen geben sehr freundlich die Grenzen der anderen Person zu wahren ohne das diese Person sie selber setzen müsste.
00:18:52: Weil das ist auch was, was mich beschäftigt.
00:18:54: Es wird einem ja häufig gespiegelt.
00:18:56: Ja dann musst du halt eine Grenzzehung machen wenn es dir zu viel ist und ich habe dann aber das Gefühl jetzt ist da schon wieder Arbeit.
00:19:03: Stimmt!
00:19:03: Das muss
00:19:04: sich schon wieder also mich beschäftigen dass das ist schwierig für mich, Grenzen gut zu ziehen.
00:19:10: Mir wäre sehr daran gelegen, dass die anderen sie von sich her erkennen oder...
00:19:17: Aber dafür ist es dann halt auch wirklich zu individuell.
00:19:20: Und ich finde auch, dass es ja ... Menschen haben ja unterschiedliche Bedürfnisse einfach danach wann und was sie als Ruhr brauchen.
00:19:32: Da ist die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt genau die, die wir eigentlich immer stellen müssen.
00:19:37: Und das ist wirklich schwer zu entscheiden wenn du nicht die eigentliche Person bist weil ich natürlich ein anderes Bedürfnis nach Kommunikation habe als du zum Beispiel oder mehr Sicherheitenkommunikation vielleicht auch brauche.
00:19:51: und
00:19:52: was sich aber daran so interessant finde ist dass wir so viele Möglichkeiten des Zugriffs auf Personen haben inzwischen die ja ganz andere sind als noch vor zehn Jahre und fünfzehn Jahren eben durch soziale Netzwerke, in denen wir sind.
00:20:07: Durch Messenger mit denen wir ständig sind.
00:20:09: Wir sind anders erreichbar.
00:20:10: also diesen Schiff der Erreichbarkeit den finde ich ganz spannend.
00:20:17: oder ich merke dass im Laufe der Jahre ein unterschiedliches Bedürfnis habe nach Kontakt und Ruhe.
00:20:24: Also Damals als eine der ersten in meinem Freundinnenkreis mir ein Mobiltelefon angeschafft, anfangen wir zwei Taugen.
00:20:34: Das
00:20:35: klingt wie Oma erzählt vom Krieg mittlerweile.
00:20:38: Aber es fühlt sich auch so ein bisschen an!
00:20:40: Und war damit immer erreichbar.
00:20:42: Meine Mutter war völlig unverständlich, weil die sagte, was brauchst du denn so ein Ding?
00:20:46: Wir haben doch einen Telefon zu Hause und gesagt, ich bin ja nie zuhause!
00:20:50: Mich kann niemand erreichen.
00:20:51: wenn ich mich verabreden will, rufen sie zehnmal an... Ich bin immer nie da, dann ruf man keiner mehr an, weil ich halt immer im Reitsteil bin.
00:20:58: Und ich kann die ja nicht in den Reitstein anrufen lassen.
00:21:00: Zumal ich ja auch mit diesem Tier unterwegs bin und dann auch nicht erreichba bin.
00:21:06: Auch damals hatte ein Pferde noch kein Wlan.
00:21:10: Das wäre lustig gewesen, ein toller Jumper-Telefon.
00:21:13: So am Ohr.
00:21:14: Auto-Telegon gab es doch auch!
00:21:16: Ja genau aber auf einem Pär ist hat das halt kein Telefon.
00:21:20: und dann war ich halt die mit dem Handy und konnte mich eben per Textnachricht sehr eingeschränkt waren
00:21:26: und
00:21:26: per ...?
00:21:29: Ja und dann hast du immer so... HDLD-Dingsbums, HDGDA habt ich ganz doll lieb und sowas.
00:21:36: Also in so Kürzen geschrieben?
00:21:37: Das war herr!
00:21:38: Jugendsprech, wow!
00:21:41: Auf jeden Fall... Nein, ich finde das wirklich spannend.
00:21:44: also da hat sich ja wirklich merklich Kommunikation einfach sehr verändert und auch für mich total verändert und ich bin ja ein absoluter Kommunikationsjunkie schon lange gewesen, also ich habe ja schon immer versucht möglichst viel mit Leuten in Austausch und Kontakt zu treten.
00:21:58: Und auch mit fremden Menschen eben über soziale Netzwerke... Ich nutze das ja wirklich extrem häufig und merke aber mittlerweile dass mir das zuviel wird, dass sich dann jetzt doch mal so Phasen brauchen, denen ich nicht immer antworten muss.
00:22:16: Kann aber ja auch an der Qualität der Interaktion liegen weil du von dieser Kommunikation häufig was willst oder etwas an dich herangetragen wird, das wieder Arbeit bedeutet?
00:22:26: Das ist eben nicht nur eine Ampel bisschen nett quatschen.
00:22:30: Es fand ich ganz süß.
00:22:31: am Wochenende waren Studierende da die ganz woanders studieren hauptsächlich in digitaler Präsenz und dann aber immer mal alle paar Wochen kommen die nach Köln für zwei Tage.
00:22:42: Freitags waren noch alle ganz normal.
00:22:43: Samstags kam sie leicht verstört und sagte, ihr quatscht ja jeder mit jedem Bauern.
00:22:50: Ja fast ist richtig!
00:22:51: Wussten Sie das nicht?
00:22:52: Nee, nee.
00:22:54: also wenn man so aus Lüneburg kommt oder wo unten in Baden-Württemberg die waren echt irritiert darüber wie ... Und das waren nur wenige Stunden die sich hier gewählt haben.
00:23:04: Das fällt auf ne, wenn du kaum bist.
00:23:06: Ja weil da dauert auch eine rechte Spur ins Gespräch hineinziehen.
00:23:12: Irgendwer sagt was.
00:23:13: Und da kann man ja noch sagen, naja gut es ist halt ein bisschen egal ob diese Kommunikation stattfindet oder nicht.
00:23:20: im Sinne von sind vielleicht super schwache Kommunikationsbeziehungen aber es fällt trotzdem auf dass die Mängel schon mal angestiegen ist und ich könnte mir vorstellen wie gesagt das bei dir auch die Qualität der ausgetauschten Informationen ja einen Unterschied macht.
00:23:38: Das geht ja nicht nur darum, ob da Kontakt ist und Stille oder Nicht-Stille das ist ja nicht on oder off sondern auch was mit dem was du höhrst zumal du ja sehr aufmerksam zuhörst und wahrscheinlich mehr hörst als tatsächlich gesagt.
00:23:53: Du bist
00:23:56: damit anzufangen hast.
00:23:58: Die Phasen kenne ich auch und das kennen sicher viele, dass einen sozusagen alles anschreit.
00:24:03: Obwohl es ganz still ist.
00:24:05: Und sei es nur der eigene Haushalter schreibt jetzt mach mal hier sonst hast du bald Speisemutten!
00:24:10: Ich finde das super
00:24:11: interessant.
00:24:12: wenn ich aus einer ganz konzentrierten Phase in meinem Dachgeschoss komme und geschrieben habe zum Beispiel viel recherchiert und geschrieben hab und dann das Haus verlasse und dann wirklich so mitten im Leben bin dann bin ich manchmal obwohl ich ja weiß wo ich wohne und das schon sehr lange tour wirklich verstört.
00:24:26: also da bin ich.
00:24:27: Was ist denn hier los?
00:24:31: Bei geschlossenen Fenstern kann man das ganz gut ausblenden, aber auch wenn ich arbeite... Mir gelingt es ja nicht immer gut zu filtern.
00:24:37: Aber wenn ich so ganz konzentriert bin oder viele Sachen wegarbeiten muss dann
00:24:41: ...
00:24:43: muss ich mich schon ausklinken und dann bin ich da so drin.
00:24:45: Und dann ist es wirklich auch so Temperatur erwischt, mich dann oft kalt
00:24:49: oder heiß.
00:24:50: Das kenn' ich ja auch.
00:24:51: Genau!
00:24:52: Aber gestern Abend war meine Wohnung noch total aufgeheizt und ich bin nach gestern an meinem Fahrrad gefahren mit kurzer Hose raus im T-Shirt los.
00:24:59: Wippe wippe!
00:24:59: Ich hab dann
00:25:00: nochmal so eine Runde gedreht und gedacht, mmh, ich krieg die Latte an.
00:25:03: Lüssig!
00:25:04: Aber bei mir letztens andersrum ganz vormittag am Schreibtisch und korrigiert, dann musste ich raus und habe eine lange schwarze Hose schwarzen Pulli an.
00:25:13: alle anderen in kurzen Hosen und Spaghetti-Trägern.
00:25:17: Ach so!
00:25:18: Ich hab dann auch sofort gemerkt, warum?
00:25:21: Wenn man still irgendwo in der dunklen Ecke hockt und seinen Kram macht ist es halt tenniziell kalt und dann gehst du raus und da ist die Welt... Und diesen Wechsel kennen ja viele.
00:25:30: also dass man eine innere Welt hat oder auch die paar Quadratmeter um einen rum wenn man mal in Ruhe ist, die einen besonderen Vibe haben und dann bewegst Du Dich nur wenige Meter und das ist ganz anders.
00:25:43: Zusammenkommen von inneren und äußerem Raum, das finde ich total spannend bei dem Thema.
00:25:48: Zumal wenn wir jetzt andocken bei muss ich die anderen in Ruhe lassen?
00:25:51: Ja, die Frage ist wie kann ich das denn gut übersetzen dass ich gerade aus dem anderen Modus komme zum Beispiel, dass es mir schnell zu laut wird.
00:26:00: Dass ich gerade Abgrenzung bräuchte die ist aber jetzt nun mal nicht dran wenn fünf Kinder da sind.
00:26:06: Das gibt ja so Badges!
00:26:08: Ja ja versuche das mit fünfjährigen.
00:26:11: Hattest du dat?
00:26:12: Hast du
00:26:13: dat?!
00:26:15: Es gibt auch schöne Sonnenblumenschlüsselbänder, die dem Menschen am Flughafen sagen was mit einem ist wenn man dissoziiert.
00:26:23: Aber das müssen sie dann auch kennen.
00:26:24: also diese Stillenweisen der Kommunikation die müssen ja bekannt sein damit sie funktionieren und das erklären zu müssen ist da manchmal eben auch schon zu viel.
00:26:33: Ja
00:26:34: Und da ist es glaube ich ganz gut dass dann wiederum in die Nahbeziehung die man hat erst mal reinzutragen Das war ja unsere Frage.
00:26:40: Mischen wir uns ein wie gestalten wir das?
00:26:43: Wahrscheinlich müssen wir da gute Regeln aushandeln.
00:26:47: Bei mir hilft das ja schon, wenn ich Menschen sage, es ist keine Form von Lieblosigkeit, wenn du wochenlang nichts von mir hörst, sondern eher ein Zeichen von dass ich mir sicher bin, du bist sowieso da und bei mir ist es auch so, wenn Menschen dann erstmal nah sind, dann gehe ich davon aus, dass sich das nicht mehr
00:27:04: ändert.".
00:27:05: Bei mir ist es tatsächlich ähnlich.
00:27:07: Aber ich weiß, dass vielen Menschen das was bedeuten würde, dass sich mich öfter melde und es gibt ganz wenige die sagen, okay, ich weiß ja, dass du da bist!
00:27:17: Ich weiß, ich kann dich jederzeit anrufen, mir reicht das zu wissen?
00:27:20: Du musst nicht die ganze Zeit dich melden weil mir das schwer fällt ohne... also mich einfach zu melden um mich zu meldern
00:27:28: Ich kann schon schlecht anrufen, weil ich das als Einmischung verstehe örtlich und zeitlich.
00:27:33: Weil dieses Telefon klingelt ja an der anderen Stelle... in einem anderen Alltag als in meinem.
00:27:40: Ich kann ja nicht davon ausgehen, dass die andere Person jetzt Zeit hat weil ich Zeit habe.
00:27:44: Ich neige dazu mich erst kompliziert zu verabreden zum Telefonieren bevor ich anrufe was er total bescheuert ist.
00:27:50: Weil man könnte ja weggedrückt werden aber dann hat es ja schon geklingelt.
00:27:55: Naja früher gab's ja wirklich so Verabredungen dazu also Nicht-Verabredung im Sinne von wir rufen uns da und dann ansagegen Es gab auch geregelten Alltag Also geregelterrennalltag bei den meisten Und das ist eben nicht mehr so.
00:28:09: Wir wissen gar nicht mehr, wie der Alltag der meisten Leute aussieht weil es nicht mehr selbstverständlich
00:28:14: ist.
00:28:14: Die Regeln ergäben da ja auch keinen Sinn.
00:28:16: dieses man ruft ab einem zwanzig Uhr nicht mehr an und wir hatten eine Sandohr mit den Einheiten unter acht Minuten bleiben im Gespräch Nicht nur der Kosten wegen, sondern auch der Höflichkeit.
00:28:29: Vielleicht will ich noch eine andere Person anrufen und es gibt ja kein Anklopffunktion oder so.
00:28:34: Das ist wirklich ... das stimmt!
00:28:36: Und das hatten wir natürlich auch weil natürlich... Es gab diesen Moment wo dann sowohl meine Schwester als auch ich mit Freundinnen länger telefonieren wollten.
00:28:46: Der
00:28:47: Telefon war ja auch noch, meine Mutter hatte eine Physiotherapiepraxis.
00:28:51: Das war für die Patientinnen und Patienten, die Termine machen wollten.
00:28:54: Das ging nämlich nicht online!
00:28:56: Da musste man anrufen... Und das gab wirklich, das gab immer Stress.
00:29:01: Und jetzt auch hat dadurch ... Ich weiß nicht die Kinder haben schon so Uhren mit denen, die sich gegenseitig anrufen.
00:29:06: Ja ich versuche das mit Walkie Talkies zu überbrücken diesen Fass.
00:29:09: Die nutzen aber auch den Walkie-Talkies und es klingt auch genauso.
00:29:12: Also die lassen dann so den Arm hängen und hörst du nur so Krusche, Krusche, bla bla, man weiß gar nicht was
00:29:17: wir getatschen am Rufen?
00:29:18: Genau gemeint bist du oder nicht?
00:29:20: Schwierig rausfinden!
00:29:21: Aber sowas
00:29:22: gab's...
00:29:23: da ja nicht so.
00:29:24: Das heißt, es hatte insofern schon Regeln weil wir uns Ressourcen teilen mussten
00:29:30: schlicht
00:29:31: und ergreifen und diese Kommunikationswege dieser Ressoursen sind einfach viel mehr geworden.
00:29:39: Und das heißt natürlich auch dass Kommunikation dadurch dich an verschiedenen Zeiten des Tages erreicht.
00:29:46: und neulich mich hat ein junger Mensch ums Zweiundzwanziger angerufen.
00:29:50: Also ich denke dann immer, Gott, das ist was, was ihr Romandes will.
00:29:52: Nee,
00:29:53: sie kannte die Person nicht und mir war schon klar dass diese Person einfach versucht hat mich zu erreichen.
00:29:57: Ich habe aber auf meinem Anrufbeantworter einen Spruch darauf, dass man mir bitte sagen möge Was es anliegen sei Und ich zurückrufe Und ich versuche die Leute dann immer zu disziplinieren indem ich sage Nein, ich gehe nicht dran Bist du mir auf den Anrufsbeantworter gesprochen hast damit ich weiß was dein Anliegen ist?
00:30:11: Wir sind echt Oma!
00:30:12: Ich hab manchmal so Dinge auch.
00:30:23: Das ist nicht nur die Jugend, aber in dem Fall war es halt ein junger Mensch.
00:30:27: Aber ich war auch über mich selbst amüsiert, dass ich dann so dachte ... Zweiundzwanziode gehe ich da nicht mal ins Telefon?
00:30:34: Ja, mach
00:30:35: ich auch nichts!
00:30:36: Bist du
00:30:36: irre?!
00:30:37: Ich denke ja wenn das nicht eine bekannte Nummer ist und bei der denke ich dann direkt oh Gott einen abes Bein!
00:30:44: Dann muss er dringend sein.
00:30:45: oder ob ich um diese Uhrzeit...
00:30:47: Und sonst, wenn du mit dir um diese Uhrzeit telefonieren willst, dann musst du dich verabreden.
00:30:50: Aber kannst auch Sprachnachrichten hin und her schicken?
00:30:53: Ja!
00:30:53: Das ist ja meine Lieblingsgeschichte.
00:30:56: Die so Jugendliche sich unterhalten haben die schicken so Sprach-Nachrichten hinterher und die sagen, weil manchmal wünsche ich mich könnte man direkt schon antworten.
00:31:03: Dann denk' ich mir so, ja das nennt sie Telefonieren.
00:31:07: Lass dich... aber darauf gar nicht aufmerksam zu sein des Aufstands ne?
00:31:11: Weil du gar nicht damit sozialisiert bist.
00:31:14: Sie schicken halt Sprachnachrichten hin und her, und hören sich gegenseitig ihre Podcasts an.
00:31:19: Ja also ich kann empfehlen einfach sehr sehr lang sehr sehr geduldig zu bleiben.
00:31:23: dann bleiben die alten Weisen wie man kommuniziert hat die werden auf einmal wieder cool.
00:31:28: Die bleiben eine zeitlang sehr fremd und dann werden sie wieder cool.
00:31:31: Also dass ich so Briefe schreibe mit tatsächlichen geklittenen Briefmarken drauf finden Menschen total super.
00:31:36: inzwischen.
00:31:37: Vor zehn Jahren war es noch weird aber jetzt ist cool
00:31:41: weil du dir Zeit nimmst und Ruhe
00:31:44: Ja, das stimmt auch tendenziell nachts.
00:31:47: Auch Dinge die ich in Ruhe machen will weil dann die Welt halt ein bisschen stiller steht.
00:31:52: Das ist also nicht aller Menschenwelt, das ist mir auch völlig klar dass Menschen nachts arbeiten aber sie sind nicht immer im nahen Umfeld zu Hause.
00:32:00: und es ist schon so Ja, Geräusche aufhören.
00:32:04: Es macht nicht mehr so oft Bing und Bam-Bam.
00:32:10: Und ich kann mich dann tatsächlich besser konzentrieren.
00:32:12: Ich wünschte, ich hätte die Möglichkeit das auch am Tag.
00:32:16: Also gestern habe ich zum Beispiel in der Halle
00:32:20: den Riederkonto noch
00:32:21: auf dem Boden.
00:32:23: Ja war ein bisschen peinlich!
00:32:24: Ich hab halt laut gesagt, ich versuch mal zu dissoziieren Was man natürlich eigentlich nicht macht mit Absicht.
00:32:32: Aber ich dachte vielleicht versteht es jemand, dass
00:32:35: das zu
00:32:35: schrecklich ist für mich gerade alles.
00:32:39: Aber vielleicht landen wir bei dem Punkt, dass man zumindest mit den Menschen, mit denen man Verabredungen treffen kann.
00:32:44: Das ja machen könnte und ansonsten auch politisch drumringen muss das die Verhältnisse fairer werden.
00:32:50: Denn du hast ja einen Punkt für manche es ist total leicht ihre Ruhe zu haben wenn sie das wollen oder in Aktionen
00:32:57: zu treten.
00:32:57: Ich gehe meinst zwar im Wellness Hotel-Wochenende weil ich habe nämlich eine Babysiterin, die ich bezahlen kann.
00:33:02: Ich kann dieses Wellness Hotel bezahlen.
00:33:04: Ja!
00:33:04: Ich kann mir diese Auszeit nehmen, weil ich Menschen habe, abnehmen, wie zum Beispiel Haushaltshilfen und so.
00:33:11: Ja!
00:33:12: Und die Kommunikation wenn ich sie suche ist für den anderen auch wahnsinnig viel wert weil ich so viele Follower habe.
00:33:18: das heißt wenn ich jemanden anschreibe wird er auf jeden Fall antworten und sich freuen dass ich mich gemeldet hab was ja umgekehrt wahrscheinlich nicht der fall ist.
00:33:25: wenn irgendwie ein fan bis von jemandem dann ist deine Meldung gar nichts wert.
00:33:30: Also es ist ja mit ganz viel Privileg aufgeladen, aber in den tendenziell horizontalen Beziehungen die wir haben wo wir uns so einigermaßen gleichwertig bewegen oder auch im politischen Begehren kann ja eine Form von Unruhe auch bedeuten dass sich Bedürfnisse äußere die vorher nicht da waren und das wir aber auch Lösungen dafür finden.
00:33:51: Es kann ja nicht sein dass ich dann entweder sage so die haben aber die Klappe zu halten Gruppe XY, das passt uns nicht ins politische Geschäft.
00:34:01: Sondern wenn da einmal ein Begehren geäußert ist mit gutem Grund, dann muss sich ja darum gekümmert werden und vielleicht geht das auch in unseren persönlichen Beziehungen?
00:34:10: Dass wir da nicht denken du hast dich gar nicht einzumischen was sagst du da über meinen Partner oder so sondern dass wir das als einen Anlass nehmen zu regeln wie es denn besser gehen könnte das wäre ja hübsch.
00:34:21: ich habe gerade im politischen ganz viele verschiedene Gedanken dazu.
00:34:25: Also zum einen gibt es ja viele Leute, die sagen ihnen ist das zu ruhig.
00:34:30: was also zu viel Ruhe vor dem Hintergrund dessen was wir gerade erleben auf der politischen Ebene?
00:34:37: dann gibt es auch die Förderung zurecht bestimmte Personengruppe mal in Ruhe zu lassen und sie nicht ständig für irgendwas verantwortlich zu machen.
00:34:45: Das haben wir.
00:34:47: Dann haben wir die Forderung nach weniger Ruhe, also nicht Teilzeit arbeiten sondern mehr zu arbeiten.
00:34:55: Mehr zu leisten und das sind so unfassbar widersprüchliche Signale.
00:35:01: wenn man sich das mal vor dem Hintergrund der Ruhe ansieht dann haben wir eine eine ruhe ungleiche Verteilung.
00:35:10: ja
00:35:11: also wir müssen eigentlich müssen wir Ruhe umverteilen.
00:35:15: Privileg und das hängt aber unglaublich miteinander zusammen.
00:35:18: Also die Menschen, die gerade so krass überlastet sind, sind ja die, die grade nicht zur Ruhe kommen und auch nicht in Ruhe gelassen werden.
00:35:28: Und dann gibt es Menschen, der ein Privilegg an Ruhe haben, das aber nicht wahrnehmen und auch andere Menschen nicht in ruhe lassen können.
00:35:37: Ja!
00:35:38: Das finde ich ganz interessant.
00:35:40: also weil... Ich glaube dass ist so Diese eine Ruhe, das ist so auf der persönlichen Ebene und wir haben so eine Ruhr auf der Sachebene.
00:35:50: Und die Menschen persönlich in Ruhe zu lassen und die Dinge in der Sache aber nicht in Ruher zu lassen.
00:35:54: Ich glaube, dass es das, wo ich hin wollte, gedanklich ergibt
00:35:59: das Sinn?
00:36:00: Das
00:36:00: war mein Denkangebot doch!
00:36:02: von der interpersonalen Ebene auch mal auf die gesellschaftliche und politische gucken.
00:36:06: Und genau das anschauen, denn wir sind geneigt im Modus der Unruhe zu denken.
00:36:11: Das war ja unser... Die Eingangsthese, dass wir das nicht mehr gewöhnt sind in Ruhe Gedanken, die Politik anzugucken zum Beispiel, sondern dass wir uns daran gewöhnen haben.
00:36:23: unter Bedingungen des Kapitalismus ist unruhe das eigentlich normale.
00:36:27: Also ich mache eher kurz bei normal aber es ist ja so, ne?
00:36:29: Das hat sich normalisiert in Unruhen zu sein.
00:36:32: Deswegen denken wir auch häufig politische Teilhabe in Aktivismus.
00:36:38: Wie viel kann ich teilhaben?
00:36:40: Wo kann ich mitsprechen, was kann ich alles machen?
00:36:42: Dann sagen uns Menschen, wir brauchen nur alle noch mehr Ehrenamt oder wir müssen alle noch viel mehr arbeiten und das ist ja genau derselbe Gestus.
00:36:49: Es funktioniert Teilhabel darüber dass sich ganz viel tour oder dass ich ganz viel kriege Das aber Teilhaber auch bedeuten kann Dass ich an Stellen wo ich sie haben möchte meine Ruhe haben darf und andere trotzdem an der Sache arbeiten, weil ich formuliert habe dass das ein politisches Anliegen wäre.
00:37:10: Das wäre ja auch eine Form von Teilhabe, dass sich also nicht ständig schreien müsste um mein Anliegengehör zu verschaffen, sondern das äußern könnte und mich dann zurückziehe in einen Ruheraum.
00:37:24: Denn Menschen brauchen ja auch ... Also den Feministin wird vorgeworfen, dass er preaching to the choir.
00:37:30: Man zieht sich zurück, aber Menschen brauchen diese Rückzugsräume auch, um wieder Kraft zu schöpfen.
00:37:35: Das
00:37:35: ist ja dann Safe Care!
00:37:37: Kannst du selber für verantwortlich sein?
00:37:39: Nimm dich mal raus.
00:37:40: Ja,
00:37:40: weil es geht halt so schlecht alleine,
00:37:46: Weil es auch strukturell ist.
00:37:47: Also, es lässt dich ja strukturell nicht in Ruhe.
00:37:50: Du kannst selbst Self-Care machen so viel wie du willst.
00:37:52: Du wirst immer wieder in diese Überlastung kommen weil die Strukturen dich nicht in Ruhel lassen und da müssen wir wirklich dann eben hingucken.
00:38:00: deswegen finde ich's ganz gut zu sagen naja vielleicht die Aktivisten... Ich find das sehr gut wenn Menschen aktivieren.
00:38:05: aber die Frage ist wer muss in Unruhe geraten?
00:38:08: Und auch die Form der Unruhre also die Äußerungen der Unrue ist ja sehr interessant.
00:38:13: also wer am aggressivsten Unruhe verursacht.
00:38:16: Dem wird auch am ehesten gefolgt und das beste Beispiel dafür ist, ich muss es leider sagen diese Wahlnummer von der Ostsee-Insel Pöhl.
00:38:29: Da kann man sehr gut sehen von wo geht die Unruh aus?
00:38:35: Wer lässt sich da in Unruhen bringen?
00:38:37: Warum wird nicht in Ruhe über die Sache nachgedacht und dann auch in Ruhe und konsequent entschieden, nämlich nach den Kategorien, die zur Gebote stehen.
00:38:48: Und das wären wissenschaftliche gewesen.
00:38:50: Ja!
00:38:51: Und stattdessen hat diese Unruhe, die da erzeugt wurde – sehr bewusst erzeugte – und auch gesteuert wurde medial.
00:38:58: Die hat dafür gesorgt, dass wirklich Privatmenschen Millionen ausgegeben haben um
00:39:05: ein...
00:39:06: schon halbtotes Tier nochmal zu verschleppen und ersaufen zu lassen.
00:39:10: Ich sage es jetzt mal so hart, wie's ist aber das ist das was ja sämtliche wissenschaftlichen Experten schon im Vorhinein prognostiziert haben dass das passieren wird und da können wir sehen wie wir auch mit Unruhe.
00:39:27: also es gibt unterschiedliche Arten und Qualitäten von Unruhen an der Stelle und das müssen wir differenzieren.
00:39:34: Da ist auch die Frage nach, okay wer sorgt für welche Form der Unruhe und wie wird Druck eigentlich ausgeübt?
00:39:41: Und wie können wir dem dann auch mit Ruhe- und Sicherheit begegnen.
00:39:45: Ja.
00:39:46: Und da ist es, da ist Ruhe herausgefordert finde ich unter diesem Druck.
00:39:51: Jetzt haben ja dann auch viele sehr aufgeregt reagiert.
00:39:54: also ein Gegenteil von Ruhe ist ja nicht nur Unruhre sondern auch so aufgeregnet zu sein, also Aufregungen
00:40:01: in Rundesgröße.
00:40:02: Also ich finde das als Metapher auf ein Wahlversprechen nicht so richtig.
00:40:08: Na ja,
00:40:09: der liegt so nah, aber es passiert mich jedes Mal.
00:40:11: Das ist doch
00:40:11: einfach schön, dass man sich das mal wirklich auf der Zunge zergehen lässt was mit dem mit Wahl so passieren kann und man andererseits die Frage dieser Aufgeregtheit auch beantworten muss nämlich im Sinne von Was fehlt denn da?
00:40:26: Warum dockt das so gut an?
00:40:27: Was sind die Mechanismen, die da so gut funktionieren Menschen in diese Art von Aufregung zu bringen?
00:40:32: Und ich habe letztens für ein Seminar Diskurs nochmal aufgearbeitet eine ganz alte Position von Paul Moor, einer der Gründerväter in dem Fall.
00:40:42: Der Heilpädagogik.
00:40:44: Da geht es in einem kurzen Abschnitt um Verwarlosung und ich hatte mich an diesem Begriff irgendwie aufgehangen und mein Hirn kam da nicht zur Ruhe.
00:40:53: Verwahrlosung in dem Fall.
00:40:55: Weil ich mich fragte, wie benutzen wir den Begriff denn heute?
00:40:59: Und er bringt das zusammen mit einem anderen Begriff nämlich eben des Haltes, des inneren Haltest.
00:41:04: und er sagt eigentlich ist jede Form von Verwahl-Losungen also wo man sich schlecht kümmert, wo etwas fehlt ein Zeichen dafür dass innere Halt fehlt Und zwar, das ist schon sehr normativ gedacht.
00:41:17: Bei allen Menschen ist das möglich jetzt.
00:41:20: Keineswegs nur bei denen die irgendwie besondere Bedürfnisse mitbringen sondern dieser innere Halt kann an ganz vielen Stellen fehlen und dann eine Form von Verwahrlosung bedeuten an die man dann leicht andocken kann indem man sagt hier bitte schön da es eine Haltmöglichkeit.
00:41:34: denn und das fand ich wichtig an der Position Das is ja nie nur meins Es hängt an den äußeren Strukturen ob es Äußeren halt gibt dass sie eine Struktur gibt, die mich auffängt oder ein System in dem ich mich aufgehoben fühlen darf
00:41:50: und kann.
00:41:51: Genau!
00:41:52: Und dieses ineinander von innerem Halt- und Äußerung halt wenn das gebrochen ist dann bedeutet, dass das Dinge verwahrlosen, dass sie in Unruhe sind und dass man den Menschen auch leichter missbrauchen kann.
00:42:04: Das wäre jetzt meine Schlussfrage und es steht nicht bei Pormor aber das ist ja tatsächlich so, dass man mit allen möglichen Versprechungen um die Ecke kommen kann Menschen dann auch sehr schnell reagieren.
00:42:14: Und dazu fällt mir ein, dass Ruhe natürlich auch Kompetenz und Sicherheit vermitteln kann wenn sie nicht als Ignoranz daherkommt.
00:42:24: Das müssten man unterscheiden.
00:42:26: aber wenn zum Beispiel der Kollege ich weiß gar nicht mehr wie das Ministerpräsident von Niedersachsen und ich habe es nicht mehr so hundert Prozent auf dem Schirm Backhaus Auf jeden Fall, wenn diese Person sich nicht hätte in Unruhe versetzen lassen sondern in Ruhe und mit Rückhalt.
00:42:47: Und den hätte er gehabt in der Wissenschaft reagiert hätte ohne dass es ignorant ist dann glaube ich hätte man die Situation anders navigieren können.
00:43:00: Ich verstehe aber auch das total Ungewöhnliche Situation ist eine Situation, mit der man nicht alltäglich konfrontiert ist.
00:43:08: Und das ist ein hoher Anspruch dazu zu sagen naja kann ja laut sein aber bleibt mal in Ruhe.
00:43:14: Versucht da mal irgendwie geerdet zu bleiben und souverän zu kommunizieren gleichzeitig die Unruhe der anderen Menschen wahrzunehmen auch als etwas dass sie belastet.
00:43:28: Das kann man ja durchaus auch anerkennen ohne es zu werten.
00:43:32: Und dann hätte man überlegen müssen, wie berichtet man darüber?
00:43:37: Ja
00:43:37: ich glaube manche Ämter sind genau so dass sie sozusagen Verstoff wechseln müssen was dann Unruhe alles so ankommt und dann so katalysatorartig in großer innerer Ruhe verteilen, was wo hingehört und auch ein Stück einfach die Schlagzahl rausnehmen ist manchmal schon amt genug.
00:43:57: Ich habe dazu ein paar schöne Gedanken gefunden bei Hannah Arendt im Denktagebuch, wo sie zwischen Liebe und Freundschaft unterscheidet.
00:44:05: und dieser Gedanke der Ruhe ist eigentlich bezogen bei ihr auf Freundschaft weil sie sagt, die ist auf jeden Fall... Unproblematisch, auch die Ehe kann problematisch sein mit der Institutionalisierung von Liebe geht.
00:44:18: Die ist ja kaputt so aber Freundschaft ist auf Distanz ausgelegt auf eine gewisse Distanz also da ist das uns gar nicht fremd Nicht allzu nah zu rücken und die ist auf Dauer gestellt und in gegenseitiger Anerkennung von Freiheit.
00:44:33: Und das heißt auch dass wir uns geschützte Räume in Freundschaft zugestehen und völlig Ruhig davon ausgehen, dass diese geschützten Räume nicht dasselbe sind wie Desinteresse.
00:44:46: was in anderen Beziehungen ja nicht gut funktioniert.
00:44:48: An deinem Beispiel wäre das so, dass man auch aus Angst desinteressiert gelesen zu werden, dann reagiert weil das andere irgendwie herzlos wirkt.
00:44:56: Da macht man jetzt nichts obwohl da gelitten wird und so.
00:44:59: Es hat eine total persönliche Komponente.
00:45:01: natürlich ich kann jetzt nicht in den Backhaus reingucken Ich weiß nicht wie es dem geht wie der sozialisiert ist Was der gerne darstellen möchte ob er irgendeinen eigenen Darstellungswunsch hatte.
00:45:14: Aber da stecken natürlich auch Mechanismen dahinter, diese Influencer, die damit dran waren.
00:45:20: Das ist ja wirklich konzertierte Unruhe muss man sagen.
00:45:24: Die Leben von dieser Unruh eben auch.
00:45:28: und auch da finde ich... Das ist ein Mechanismus, den man sich angucken muss.
00:45:33: Ja, den kann man nutzen aktivistisch nutzen.
00:45:35: die Frage ist aber auch da immer wer nutzt denen wozu?
00:45:38: Also geht es um die Person oder geht das um die Sache?
00:45:41: wir stellen sehr häufig fest dass es tatsächlich um die personen geht können aber nicht so gut auseinanderhalten ob dieser person auch um die sache geht weil ich glaube man kann nicht raus rechnen dass es um Die Person geht also zum Beispiel behinderte Aktivisten.
00:45:55: Ja, den geht es natürlich auch um die Personen.
00:45:57: Die werden in ihrem Leben behindert durch die Strukturen, in denen sie leben und natürlich sind die dadurch insofern aktiviert als sie ständig dagegen ankämpfen müssen.
00:46:06: Sie werden ja nicht in Ruhe gelassen durch die äußeren Umstände.
00:46:10: Und da geht es um Person und natürlich auch immer um die Sachebene auf der anderen Seite.
00:46:16: wenn jetzt jemand mit so Wahlkontent Follower in Zahlen in die Höhe treibt oder auch Sachen macht Da, finde ich, darf man schon fragen geht es um die Person oder geht es eben in dem Fall um das Tier?
00:46:30: Also wer steht da eigentlich an erster Stelle?
00:46:32: und das Tier kann halt nicht für sich selber sprechen.
00:46:35: Was mir mal aufhört ist... an meinem eigenen kleinen Leben, da können andere Talentierter sein.
00:46:39: Aber so viel talentiert er auch nicht!
00:46:42: Man kriegt nicht unendlich viele Sachen gründlich bearbeitet.
00:46:47: Nein... Das ist nicht so.
00:46:48: wenn man wirklich sachlich an Dinge ran gehen will oder das musst du mal nüchtern betrachten.
00:46:53: Ja
00:46:53: wann denn?
00:46:55: Man hat ja kaum Zeit dafür sachlich und gründig an Dinge ranzugehen die Begriffe auszuloten sich anzugucken die Phänomene aussehen, ein Stück Ordnung zu schaffen in den ganzen Wust von Praxis der einem da so entgegen kommt und dann auch noch historisch und systematisch ein bisschen mit dem Rechen durchzugehen.
00:47:16: Also wirklich sachlich etwas gründlich zu bearbeiten dauert sehr lange.
00:47:22: wenn Menschen sich sehr häufig zu vielen Sachen melden habe ich vorbehalte.
00:47:28: Dann denke ich, wo nehmen die die Zeit der sich um all das so wahnsinnig gründlich zu kümmern?
00:47:32: Ich kriege gerade unter den Tisch.
00:47:34: Wieso?
00:47:35: Naja, manche schneiden sich das aus den Rippen und schlafen dann kaum und andere machen halt heute dies und morgen das und so... Und dann geht es eben schon zu Lasten!
00:47:47: der Tiefe, der Argumentation oder der Differenziertheit?
00:47:51: Also ich hab natürlich in meiner Kommunikation auch nicht den Anspruch auf Wissenschaftlichkeit.
00:47:56: Das geht glaube ich auch über das Social Media nicht.
00:47:58: Das soll ja Wissenschaft machen!
00:47:59: Du sollst ja Journalismus machen und so was anderes.
00:48:01: Ja genau, das ist etwas anderes.
00:48:03: aber auf der anderen Seite versuche ich schon auch bei dem Themen die ich bearbeite eine gewisse Tiefe mitzubringen und eine gewissen Recherche tiefe mit zu bringen und stecke entsprechend auch Arbeit.
00:48:15: Ja, aber
00:48:16: deswegen bist du ja auch Journalistin und nicht Influencer.
00:48:19: Da geht es ja nun nicht... das ist ja auch kein Vorwurf!
00:48:21: Aber da geht es natürlich nicht darum tief in eine Sache einzudringen und alles in seinen Polyvalenzen darzustellen.
00:48:28: Zumindest nicht per se.
00:48:29: also es müsste nicht sein um
00:48:31: erfolgreicher
00:48:32: Influente zu sein.
00:48:33: Genau, aber du brichst es halt in verschiedene kleine Häppchen runter?
00:48:37: Also wenn du jetzt sozusagen eine Karriere machst als Influenzerin kann das schon sein dass du ein Thema was sowieso Kapitel einfach in so kleine Stücke runterbrichst.
00:48:48: Ich finde das einfach unglaublich schwierig, weil du davon ausgehen musst... In einem Buch kann ich davon ausgehend, dass es hoffentlich jemand von vorne bis hinten
00:48:55: diest.
00:48:56: Kohärent und linearitär?
00:48:58: Genau!
00:48:58: Das kann ich halt aber nicht voraussetzen wenn es um Internet geht, weil es äußere Einflüsse geht die verhindern, dass ich alle Teile zum Beispiel sehe.
00:49:08: Was noch cool ist?
00:49:09: Nur
00:49:09: dadurch kriegt man ja die Möglichkeit in ganz viele Welten rein.
00:49:12: Genau das ist das positive daran.
00:49:15: also Bücher lesen.
00:49:16: Ich stelle das mal wieder fest Das dauert sehr lange bis man verschiedene Bücher gelesen hat.
00:49:21: Man schafft nicht so viele Bücher wie Reels.
00:49:27: Die Potenz würde mich interessieren.
00:49:29: Wie viele Reals gucke ich im Jahr und wie viele Bücher lese ich tatsächlich?
00:49:32: Ach,
00:49:32: das muss man so einen Klicker dahin legen in den Zellen.
00:49:35: Gut!
00:49:36: Meine Reals nicht angeguckt haben.
00:49:37: Das kann ich mir tatsächlich im Verlauf angucken.
00:49:39: Das wird ja getrackt...
00:49:40: ...und es kommt
00:49:40: auch auf die Bücherstapel an.
00:49:42: Ja.
00:49:44: Ich habe hervorhin nicht so dicke Sachbücher.
00:49:46: Dicke ist schon mal schlecht.
00:49:48: Total.
00:49:49: Finde ich auch.
00:49:49: Man braucht sehr lange um die zu lesen.
00:49:52: In Ruhe zu lesend.
00:49:53: Das sind ja manche Tät- sind halt auch eher aktivierend oder aktiv und manche sind eher auf Ruhe gerichtet.
00:50:01: Ich bin ja Menschen dankbar,
00:50:03: die so hundertseiten Essays veröffentlichen.
00:50:05: Da kann ich sagen, ich habe heute ein Buch gelesen.
00:50:09: Ein ganzes Buch an einem Tag.
00:50:10: Ja!
00:50:10: Herzlich über ganzes Internet studieren und dann fragen müssen wir das ganze Buch lesen?
00:50:15: Ja, die ganzen achtundneunzig Seiten in einem halben Jahr.
00:50:22: Das schaffen sie schon.
00:50:24: Aber die Erfahrung, auch ohne Handy zu lesen ist auch inzwischen etwas, das ist ja jetzt immer wieder beim Omatalk.
00:50:30: Aber es ist schon was, was Menschen verinnern.
00:50:32: Das ist kein
00:50:32: Omatork!
00:50:33: Wie gesagt diese offline Clubs?
00:50:34: Das ist
00:50:35: was für
00:50:35: junge Menschen.
00:50:37: Ja,
00:50:37: aber aus Gründen weil's eigentlich ungewohnt ist.
00:50:39: Es ist halt nicht mehr das, was man macht und mit den Schultern zuckt...
00:50:43: ...aber auch aus dem Gefühl der Überforderung.
00:50:46: Der Entschleunigung des Verlangsamens, des Raumschaffensverdenkprozesses und so, weil man einfach merkt okay das geht überhaupt nicht mehr.
00:50:54: Und das finde ich ja ganz spannend.
00:50:55: Neunzig noch gelesen, dass zum Beispiel TV-Serien so geplant werden, dass sie schon davon ausgehen, dass die Zuschauer innen parallel die ganze Zeit am Handy sind.
00:51:05: Also dass sie nicht mit ihrer vollen... Rita hat gerade ein Gesicht gemacht.
00:51:11: Das hätte sie in eine Zitrone gebissen.
00:51:13: Ich mag Zitronen!
00:51:16: Aber dass sie schon davon ausgehen, dass die Leute eben nicht mit ihrer hundertprozentigen Aufmerksamkeit diese Serien gucken und entsprechend werden die gemacht und geschrieben.
00:51:23: Und ich finde auch jetzt zunehmend wenn ich so viele Bücher lese auch wissenschaftliche in denen auch Sätze mal länger sind das so Dialoge echt so Einsatzdinger sind.
00:51:38: also Ich spreche so nicht in meinem Alltag würde vielleicht besser sein, wenn ich die Sätze auch mal beenden würde
00:51:44: in den Anfang.
00:51:46: Oder mal in imperativen sprechen?
00:51:48: Da ist man schnell fertig!
00:51:51: Ja aber das ist wirklich interessant und ich wundere mich über warum mein Englisch nicht weiter kommt... Aber es liegt an
00:51:56: den Nebensätzen.
00:51:57: Es liegt daran dass es keine vollständigen Satzstrukturen mehr
00:52:01: gibt.
00:52:01: Auch bei meinen Dramatischen Stingungen.
00:52:04: Da kann man nichts machen.
00:52:05: Es ist einfach scheitert an Grammatik, aber was mir gespiegelt wurde gerade, was dieses Lesen angeht, das finde ich auch lustig, dass du darauf hinwollst, dass die langen Sätze überfordern und dann habe ich erst mal gemeinsam Übnebensätze wegzulassen, was auch gar nicht so leicht ist.
00:52:19: Wo ist der Hauptsatz?
00:52:22: Suchen
00:52:22: Sie in Hegel's Phänomenologie des Geistes den Hauptsatz!
00:52:26: In diesem Passus.
00:52:28: Nee, das war ein Theoriensozialer-Arbeit.
00:52:31: Das ist zum Teil eine so Detektivarbeit.
00:52:35: Wo ist das Verb?
00:52:36: Wie hat es sich verkleidet, das ist ganz interessant.
00:52:41: Seemantisch.
00:52:42: Ja total!
00:52:43: Auch dass das Subjekt den Satz regelt eigentlich nur unverschämt hat.
00:52:46: warum darf das nicht mal jemand anders machen?
00:52:47: aber da sind so Dinge die ich dann in Nebensätzen mit erörterte.
00:52:51: Aber was mir gespiegelt wurde war okay.
00:52:54: das ist schwierig mit dieser Textart umzugehen das verstehe ich.
00:52:58: Die kann einfach ungewohnt sein und die ist ja nun auch je nachdem relativ kompliziert.
00:53:03: Aber zum Zweiten, es mangelt an Konzentrationen und das finde ich zentral für dieses Ruhethema Gerade in neueren Theorien.
00:53:11: Wir sind ja jetzt dann eben nicht mehr im Restaurant und in Griechenland vor zweitausend, fünfhundert Jahren und auch nicht hier im Mittelalter sondern in der Neuzeit angekommen in der Konzentration was anderes bedeutet.
00:53:24: Und ich habe gedacht vielleicht müssen wir uns ein Stück mehr dran gewöhnen dass wir gar nicht zurück kommen zu so einem kontemplativen Zentrum, Konzentrum.
00:53:35: Da kommen wir vielleicht nicht mehr hin.
00:53:36: Vielleicht müssen wir in möglichen kleinen Unruh-Zirkeln denken wie so ein Kreisel ist ja auch stabil weil er sich dreht und das gibt es ja immer mal wieder.
00:53:45: Das lässt sich ja auch drei D großdenken in Konstellation.
00:53:49: also das Universum hat da auch eine gewisse Stabilität zu nehmen.
00:53:53: ich an nicht dass ich gut darüber Bescheid wüsste aber ich schütze ja hier Dank der Gravitation, vielen Dank dafür.
00:54:00: Und das ist ja relativ stabil aber die ganze Zeit in Bewegung.
00:54:04: und wenn wir zu dieser Art von Ruhe kommen können in den persönlichen Beziehungen aber auch politisch dass sie sagen es muss viel Bewegung da sein.
00:54:13: wir wollen nicht jetzt zurück zu einem Datum X, an dem das Telefon im Flur stand und niemand ein Handy hatte.
00:54:20: Darum geht es ja nicht sondern es geht darum die verschiedenen Bewegungen der Unruhe so einzuhägen dass wir gemeinsam zu einem Modus finden können mit dem wir gut leben können.
00:54:29: Und dann zählt aus meiner Sicht auch für dieses Einmischungsding.
00:54:33: dann muss ich ja nicht mehr ständig irgendwie ein Input formulieren, sondern ich kann sagen, dass das in Bewegung ist.
00:54:38: Ich sehe den Prozess und kann es anerkennen.
00:54:41: Ich mach mal so ein bisschen ... Ich schubbs einmal so ein bissel.
00:54:45: Dann sagt du, ich tut mir leid, ich hab dringend das Gefühl der was sagen zu müssen.
00:54:49: Ich lasse dich aber auch wieder damit in Ruhe!
00:54:52: Ich habe's jetzt einmal gesagt, wenn's dir immer noch schlecht geht sag' ich's vielleicht nochmal.
00:54:57: Ja, kurz vor der Hochzeit sage ichs noch mal laut?
00:55:03: Aber ich kann es ja dann wieder eine Weile in Ruhe lassen und darauf vertrauen, dass sich vielleicht etwas bewegt.
00:55:09: Und das finde ich ein Modell mit dem ich ganz gut leben könnte.
00:55:13: Ich glaube da ist das Kernstichwort Vertrauen?
00:55:17: Ja möglich!
00:55:18: Das in meinem Erleben
00:55:20: ist
00:55:21: häufig nicht gerechtfertigt weil Menschen sich lieber nicht bewegen.
00:55:27: Das heißt man müsste sie ständig nerven damit was... Trend nicht so langsam geht.
00:55:31: Ja, ja also das ist tatsächlich so dass es eben einer Wiederholung bedarf.
00:55:35: Die Frage
00:55:36: ist natürlich dann nach der Art der Wiederholungen aber
00:55:39: unter Frequenz.
00:55:40: Aber das Ding ist ja solange dich die Umstände nicht in Ruhe lassen und andere Leute dabei aber sitzen weil sie strukturell zum Beispiel nicht angesprochen sind und dabei völlig in Ruhen sein können weil es hier nicht anspricht.
00:55:54: Sie sehen zwar dass du das Dicht das betrifft Es lässt sie aber völlig in Ruhe und dann nicht in Aktion treten, das finde ich schwer auszuhalten.
00:56:03: Das
00:56:03: stimmt!
00:56:04: Dann müsste man ja auch an die herantreten und denen die Unruhe servieren statt der Person, die eh schon belastet ist.
00:56:11: Ich finde es wirklich schwierig diese Menschen in Unruh zu bringen, die es eben
00:56:15: nicht
00:56:15: betrifft oder sich nicht betroffen fühlen.
00:56:18: bei Betroffen sind am Ende immer alle also als Gemeinschaft betrifgt uns das immer gemeinsam.
00:56:24: Aber es gibt Menschen wenig Handlungsdrang verspüren, die auch mehr... nennt man das dann Baharkräfte?
00:56:34: Vielleicht.
00:56:35: Oder die Statischer unterwegs sind
00:56:39: gesichert ne?
00:56:42: Die sind durch Privilegien gesicherd und
00:56:43: werden erst unruhig wenn jemand an den Privilegen kratzt
00:56:47: Ja.
00:56:48: Und das aber, da gibt es ja dieses Ungleichgewicht, dass Kate Mann auch beschreibt, ne?
00:56:53: Dass die's an den Privilegien kratzen.
00:56:54: Das führt nicht dazu, dass sie ihn unruhe beraten und sagen, ich muss das bei mir regeln, sondern ... Die drehen sich dann um und sagen du hälst jetzt die Fresse!
00:57:03: Stille jetzt!
00:57:04: Es gibt eben dafür auch wieder Ressourcen, um das Gekratze sozusagen, das Gegratz des Herrn zu werden.
00:57:10: Genau,
00:57:11: aber das ist dann Ruhr als Diktat.
00:57:13: Da wirds halt auch wieder schwierig.
00:57:15: Dann ist
00:57:18: aber ein kompliziertes Thema.
00:57:20: Ist
00:57:23: das immer schwierig?
00:57:25: In mir ist auch etwas, wie beim letzten Marschreit.
00:57:28: Lass doch mal!
00:57:30: Kann nicht mal für einen Moment... lang Ruhe sein, tatsächliche Ruhe im Sinne von statische Ruhe.
00:57:37: Ich wünsche mir das manchmal.
00:57:39: einen Moment in dem nicht alles in Bewegung ist unsicher, ist neu hergestellt werden muss oder durch gute Zentrierungen und Dezentrierungen irgendwie in einem stabilen Gleichgewicht gehalten
00:57:50: werden muss.
00:57:50: Dass die Schnecken in der Ladinruhe lassen!
00:57:52: Lass mal eine Ruhe, ich hab dir doch da ne Erdbeere hingelegt, noch die Mann
00:57:58: Ja eine
00:57:59: Nee, das waren schon viele geopft.
00:58:03: Aber man trinkt ja seine Opfer dafür, dass dann Ruhe ist.
00:58:06: Aber immer noch keine Ruhe!
00:58:08: Das ist ein ständiges Genage an einem und... diesen Impuls haben glaube ich viele und der ist ja auch okay.
00:58:16: Ich darf mich danach sehnen, ich darf halt also um jetzt mal ethisch und normativ zu werden, ich durfte daraus nicht ableiten dass für alle die gleichen Handlungsmaximen die richtigen wären Die Privilegien, die ich für mich als Ressource heranziehen kann.
00:58:33: Alle Zugebote stünden.
00:58:35: das ist nicht der Fall!
00:58:36: Ich kann nachts mal arbeiten weil ich dann wieder mich erholen kann oder so.
00:58:40: Das können Menschen wie das Dauer machen
00:58:42: müssen... Ich rieche eine Augenbraue
00:58:44: mit dem Erkohl.
00:58:47: Im Konjunktiv vielleicht in drei Jahren.
00:58:51: Mal gucken wo du bist.
00:58:54: Herrwischt?
00:58:55: Ja ja, ouch!
00:58:56: Aber ich fühle ein sehr privilegiertes Leben.
00:58:59: Das darf man ja auch wahrnehmen.
00:59:02: Den Wunsch haben glaube ich viele, wenn wir es schon aushandeln können dann mit den Freunden die wir so haben wo das Vertrauen da ist und vielleicht ist das dann der Resilienzhafen in dem wir immer mal zurückkehren Wenn es nicht der Arbeitsplatz ist und nicht die Familie ist.
00:59:18: Vielleicht haben wir irgendwo Rückzugsorten wo wir sie nicht vermuten sozusagen aufladen und zur Ruhe kommen können, um dann wieder neu unruhig sein zu können.
00:59:27: Ich würde mir wünschen dass Politik die Menschen in bestimmten oder marginalisierte Menschen in Ruhe ließe dafür die Strukturen...
00:59:35: Ihnen die Chance auf Ruhe gäbe!
00:59:37: Genau ihnen die chance auf Ru he gäbe oder für die strukturenden Unruhe bringt um sie zu verändern und zwar dahin das mehr Menschen dann auch Ruhe finden könnten oder Sicherheit finden könnten weil das ja glaube ich auch miteinander zusammenhängt.
00:59:52: Also, um Ruhe zu finden brauchst du eine Form von Sicherheit.
00:59:56: das Leben immer unsicher ist.
00:59:58: Das ist so.
01:00:00: Auch darin können wir Ruhe finden.
01:00:01: dass wir sagen gibt es eigentlich immer unsichern Wir wissen nicht wie's morgen weitergeht da ist auch beunruhigend.
01:00:06: aber man könnte auch sagen Jo So is it?
01:00:08: Ist ja ne Form von Sicherheit
01:00:10: Genau!
01:00:10: Ist ne Form Von Sicherheit Dass nix sicher ist.
01:00:13: Da kann sich drauf verlassen dass die Dinge sich schon ändern Genau.
01:00:16: Aber das wäre halt schön wenn man sich auch darauf verlassen könnte
01:00:20: zum
01:00:21: Besseren hin verändern und zwar in dem Sinne, dass mehr oder die meistmöglichen Menschen daran partizipieren können.
01:00:29: Das Postulat ist alle können, ist glaube ich schwierig zu erfüllen aber das mehr Menschen partizcipieren kann ist eigentlich so schwer nicht zu erreichen.
01:00:39: es gibt ganz kluge Vorschläge dazu auch Infrastrukturprojekte da gibts ja da gibt's viel Unruhe drum also auch wenn es um Projekte geht aber sie isst eben nichts auf einer persönlichen Ebene.
01:00:51: Wir müssen streiten und wie gesagt, es bringt individuell Menschen in Unruhe.
01:00:55: aber dass die Veränderung strukturell ist kann eben dazu führen das sich Menschen daran auch anpassen können.
01:01:02: Und du kannst dich aber nicht anpassen an ich habe einen anderen Pass oder so Ich komme woanders her.
01:01:07: Das ist nichts was du mit einer Anpassungsleistungen verändern kannst.
01:01:12: deine Herkunft Ja
01:01:13: dann bist du eben drauf angewiesen dass die Strukturen so geschaffen werden Dass du
01:01:20: zur Ruhe kommen kannst, dass du dich einpassen kannst.
01:01:23: Das finde ich glaube ich wichtig.
01:01:25: also es geht schon darum zu sagen Menschen können sich natürlich einpassen in Bedingungen aber das muss ihnen halt möglich gemacht werden und es muss so sein dass nicht Veränderung vorgenommen werden müssen die man nicht verändern kann.
01:01:40: Ja, dann sind ja doch wieder bei der Antike ein wesentlicher Drum ging zu unterscheiden was man verändern kann und was nicht.
01:01:46: Und das Unveränderliche erst mal zu akzeptieren aber nicht politisch
01:01:51: mit dir.
01:01:52: Politisch ist ja auch nichts unveränderlich?
01:01:54: Genau eben da darf man ja drauf schauen dass die Dinge immer gewachsen sind und historisch auch anders laufen können und dass wir deswegen einen Move machen können, der sich vielleicht noch einmal
01:02:04: verändert.
01:02:06: Crazy!
01:02:07: War gar nicht so ruhig das Thema.
01:02:09: Wir dachten, wir halten eine Stunde die schnauzen und weiligen auch.
01:02:13: Das hat mich funktioniert!
01:02:15: Da ist ganz viel rotier zwischen meinen Ohren.
01:02:17: Ja bei mir auch.
01:02:20: Eine sehr anregende Folge dafür dass sie sich um Ruhe gedreht
01:02:23: hat.
01:02:24: Gedreht?
01:02:26: Das war das Fazit.
01:02:27: ne?
01:02:27: Genau das war das fazit.
01:02:28: Viel Spaß damit.
01:02:31: Dann würdest du ein anderes Fazit noch vorschlagen wollen.
01:02:34: Wir können ja noch mal kurz die Ebenen auseinanderhalten, über die wir gesprochen haben und so vielleicht historische Linien.
01:02:40: Aber sehr viel mehr ist glaube ich an Ordnung nicht reinzubringen in den Diskurs.
01:02:45: Die Ebeninnen waren einerseits die persönliche zwischen Menschen, die auf horizontaler Ebene verbunden sind wobei das politisch ja genauso ist.
01:02:53: sie sind nur weiter weg.
01:02:55: Das wir also schauen wo wir das auf dieser Ebene verregelt kriegen mit dem Privileg von Ruhe und Unruhe Politisch und persönlich individuell war eine Ebene, dass ich eben auch aufgrund der Einrichtung von mir gut zur Ruhe kommen kann oder das nicht so gut kann.
01:03:15: Über Physik kann man kurz gesprochen.
01:03:17: Da gibt es auch verschiedene Modelle von Ruhe und Unruhe.
01:03:21: Stabilität durch Unruh?
01:03:22: Genau, dann hatten wir diese Kultur theoretische These das wir an Ruhe kaum noch gewöhnt sind weil unter Bedingungen des Kapitalismus und des Neoliberalismus Unruhen das eigentlich normale ist.
01:03:34: Und ich hatte es kurz vor der Pädagogik bzw.
01:03:36: der Heilpädagogic mit dem inneren und äußeren Halt was sich aber ja nicht widersprach sondern ergänzte.
01:03:40: also es waren glaube ich die unterschiedlichen Hinsichten über die wir besprochen haben.
01:03:44: dann hatten wir ein bisschen Omatalk darüber, wie wir früher Ruhe als Absenz erlebt haben.
01:03:49: Also weg sein zu können oder auch weg sein zum müssen und sich nicht angesprochen zu fühlen ist ja ein Ding, also sich rausnehmen zu können.
01:03:58: Das ist ein Ding!
01:03:58: Ja das ist ein ding.
01:03:59: einfach mal weg sein und zweiundzwanzig Uhr nicht ans Telefon gehen.
01:04:03: Wie ist der Bescheid?
01:04:04: Wie dass bei Nora läuft und historisch... für mich so diese ganz groben Linien gezogen, dass es einerseits die stoische Ruhe aus der Antike gibt wo es im Wesentlichen um die Bezähmung der inneren Unruhen und der Effekte ging.
01:04:19: Dann eine metaphysische geprägte Ruhe wo es mehr um die Hinwendungen zu Gott geht.
01:04:24: und eine Kontemplation im Sinne von hier ist sowieso Unruhe auf Erden.
01:04:28: und die große Ruhe finde ich nur in Gott der moderne geschuldete, wo wir gucken müssten wie wir sie hinkriegen.
01:04:36: Nämlich eine relational fundierte Ruhe so wie Hannah Arendt sie vielleicht vor gedacht hat und das im Feminismus auch häufig verhandelt wird nämlich dass wir den Beziehungen die tendenziell unruhig sind und immer wieder nur ausgehandelt werden müssen aber auch und beilegen, dass sie gleichzeitig als eine Ressource erscheinen um Ruhe haben zu können.
01:04:57: Und den Gedanken bewege ich noch ein bisschen hin- und her.
01:05:00: Den lässt du nicht in Ruhe?
01:05:01: Oder dich nicht!
01:05:05: Dann hast Du noch eine Literatur... Ja
01:05:06: auf der Rückseite.
01:05:07: ...eine
01:05:07: unruhige Ameise drüber gekrabbelt.
01:05:09: Das passt ja sehr
01:05:10: gut.
01:05:10: Über das Keins mal rastlos und ruhelos wird die Ameis auf der Erde sein.
01:05:15: Was kann hier jetzt Profit
01:05:17: sein?!
01:05:18: In Ihrem Ganzen
01:05:19: leben.
01:05:19: Vielleicht weiß Sie das auch schon.
01:05:21: Vielleicht lebt sie einfach gut damit.
01:05:22: Das ist auch möglich!
01:05:24: Also das von Hannah Arendt war aus dem Denktagebuch und die antiken- und mittelalterlichen Positionen sind die von EPQ, da gibt es Lehrbriefe und Spruchssammlungen.
01:05:36: Es sind so kleine Bändchen, die das zusammenfassen von EPK auch für den Urlaub.
01:05:41: oder man nimmt mal so Augustinus mit in den Urlaub lateinisch-deutsch Konfessiones, dann gucken einen Leute auch an.
01:05:49: Im letzten Urlaub habe ich das Recht auf Sex gelesen.
01:05:52: Das war nicht gut!
01:05:53: Der Titel war gut lesbar und Menschen haben falsche Assoziationen gehabt als ich mit dem Buch da saß.
01:05:57: Dann lieber Augustinos Konfessions mitnehmen.
01:06:01: Die Kulturthese der Unruhe fand sich bei Ralph Conas Mann die Unruh der Welt.
01:06:08: Dann hatte ich gesprochen über den inneren Halt bei Paul Moor zur Psychologie und Pädagogik des Inneren Hals.
01:06:13: Das ist ein kurzer Artikel, da gibt es auch noch mehr zur Verwahrlosung.
01:06:16: Da kann man ganz gut in einen Rabbit Hole fallen.
01:06:19: Es ist sehr schön literarisch finde ich.
01:06:21: Das haben wir gar nicht drüber gesprochen über das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares, vielleicht so etwas wie Ein alter Ego von Mehreren von Fernando Pessoa war.
01:06:34: Da können wir gut drin herumlesen Und die verschiedenen Weisen autonom zu sein, also gar nicht nur für sich sondern vielleicht mit anderen so was wie eine Eigenständigkeit zur Erarbeiten.
01:06:44: der Gedanke kam von Beate Rössler.
01:06:46: Autonomieeinversuch über das gelungene Leben.
01:06:50: Das klingt hervorragend finde ich und tatsächlich danach als Wälder auch Urlaubslektüre dabei?
01:06:55: Ja, vielleicht auch.
01:06:56: Fernando Pessoa ist irgendwie...
01:06:57: Ja, das kann man mitnehmen!
01:06:58: Das kann man auch in so kleinen Stücken lesen.
01:07:00: Klingt gut.
01:07:01: Dann würde ich noch sagen, wo ihr uns erreichen könnt?
01:07:04: Wir haben eine Website www.wasdengstudenten.de.
01:07:07: Da kann man einen Kommentar hinterlassen.
01:07:09: Ihr findet uns auf Mastodon unter www.atwasdngstudentedpodcasts.social und das war es schon!
01:07:17: Wir lassen euch mit weiteren Kommunikationsmöglichkeiten in Ruhe... Ach nee wir haben ja noch E-Mails!
01:07:21: Rita at wasdengestudendee oder Nora et wasdängestudendenee.
01:07:26: Und tatsächlich ist es so dass freundlicherweise ihr uns mit sehr viel Kommunikation in Ruhe lasst.
01:07:34: Aber eure ist ja erwünscht, wir antworten nur nicht nach zwanzig Uhr oder in der Mittagspause!
01:07:42: Nein, das ist tatsächlich so... Ich finde den Austausch toll.
01:07:45: Ich find auch den Austauch über Social Media toll aber es ist so dass das bewältigbar ist und das finde ich halt schon auch gut.
01:07:52: also natürlich würde ich mich freuen über noch mehr Kommunikation mit unseren Hörerinnen.
01:07:57: gleichzeitig weiß ich auf was für uns leistbar
01:07:59: ist.
01:07:59: ja
01:07:59: und deswegen vielen vielen dank dass sie uns zuhört und viele von euch auch schon so lange und treu zu hören.
01:08:05: ich weiß das sehr zu schätzen und wenn ihr Themenwünsche oder Themenvorschläge habt her damit.
01:08:11: Wir gucken mal, was wir damit machen.
01:08:14: Ansonsten wünschen wir euch, dass euch Menschen zu gegebener Zeit auch in Ruhe lassen!
01:08:19: Schönes Schlusswort!
01:08:21: Tschüss!
Felix*Katharina
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