Was denkst du denn?

Was denkst du denn?

Der Mit- und Nachdenkpodcast

Der #metoo-Diskurs

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Die Schauspielerin Catherine Deneuve unterschreibt einen offenen Brief, der - salopp gesprochen - für ein "Recht auf Belästigung" plädiert. Damit bekommt die #metoo-Debatte neues Futter. Jetzt hat sie den offenen Brief - ein gemeinschaftliches Schriftstück von fünf Autorinnen - aber nicht selber geschrieben, sie war also nicht die Autorin des Briefes. Das führt uns zu der Frage: Wie viel Autor:in steckt im Werk? Wie verhält es sich mit anderen Werken? Zum Beispiel Filmen von Harvey Weinstein, Woodey Allen. Oder mit Kevin Spacey?

Rita und Nora betrachten den Diskurs, seine bisherigen Auswirkungen und stellen die Frage nach dem nächsten Schritt. Welche Bedeutung hat der offene Brief, den Catherine Deneuve unterzeichnet hat, für den Diskurs? Welche Bedeutung haben die Werke? An welcher Stelle lohnt sich ein Boykott? Ist er sogar moralisch erforderlich? Natürlich fließen auch persönliche Erfahrungen mit ein. Warum ist es so schwierig, sich Gehör zu verschaffen?

An dieser Stelle sollen noch schnell ein paar kleine Korrekturen mitgeliefert werden: House of Cards wurde offiziell nicht abgesetzt. Kevin Spacey wurde jedoch gefeuert, aus Szenen entfernt und die - angeblich eh schon geplante - letzte Staffel findet ohne ihn statt.

Und: Kim Basinger ist - ihr habt es sicherlich schon geahnt - Sharon Stone.

Du bist nicht, was du denkst

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Fatih Çevikkollu ist Kabarettist und Schauspieler. Während seiner Ausbildung an der Ernst Busch Schauspielschule hat es ordentlich geknirscht, sagt er. Auch bei der Auseinandersetzung mit sich selbst. Denn Kritik gehört zum Beruf des Schauspielers. Und wenn ständig alles, was man macht in der Kritik steht, stellt sich unweigerlich die Frage: Wer oder was wird hier die ganze Zeit kritisiert? Bin ich das? Und wer bin ich denn eigentlich? Oder was davon?
Dieser spannenden Frage nach dem Selbst gehen wir in dieser Episode nach - und landen unweigerlich bei Nietzsche und Kant. Bei Themen wie der vergeblichen Suche nach einem Wesenskern, der damit verbundenen Unsicherheit, aber auch der Freiheit. Es geht um Autonomie und neu zu findendes Miteinander. Denn wo jeder Ich sagt, wo ist dann das Wir? Und wie können wir das gemeinschaftlich verhandeln? Welche Rolle spielt da bei die (digitale) Kommunikation?

Die Natur will das so!

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Ein völlig überzüchtetes Araberpferd hat die Gemüter im Netz höher schlagen lassen! Grotesk und ekelhaft fanden die einen, supersüß und perfekt die anderen. In diesem Streit können wir natürlich nicht vermitteln. Aber wir haben uns gefragt: Warum züchtet der Mensch eigentlich Tiere? Und wann ist das in Ordnung? Dürfen wir Tiere züchten, um sie zu essen? Denn dann erschaffen wir leben eigens zu dem Zweck es wieder zu vernichten. Und während wir das immerhin mit der Notwendigkeit der Ernährung noch rechtfertigen können, was ist mit der Zucht aus rein ästhetischen Gründen? Und daraus resultierenden Qualzuchten?
Wir wandeln auf den Pfaden Rousseaus, beschäftigen uns mit Douglas Adams - und Ritas Fotosammlung von Dingen, die unbedingt gegessen werden wollen, wie das lecker dicke Schweinchen mit der Gabel im Po - oder die Pommestüte, die sich selbst verzehrt.

Hoffnung: Denken Sie groß!

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"Hoffnungsmaschine" heißt der neue Song der Band Erdmöbel, den sie zusammen mit Judith Holofernes geschrieben und aufgenommen haben. Das Video zum Song wurde am Kölner Ebertplatz gedreht. Ein Platz über den viel diskutiert wird. Ein Platz an dem zuletzt nicht ganz so schöne Dinge passiert sind, aber auch ein Platz der Hoffnung. Weil dort auch viele schöne Dinge passieren - und auch in Zukunft noch passieren können. Nora war beim Videodreh dabei und wird seitdem den Text nicht mehr los. Und die Frage: Wo brauchen wir heute Hoffnung? Was kann Hoffnung? Was bewirkt sie? Rita hat das Thema von einer ganz anderen Seite aus angefasst. Für sie geht es bei Hoffnung um große Entwürfe, um Religion und Glauben und das Überwinden von Individualismus. Es geht um "Das Prinzip Hoffnung", Marx und aktuelle politische Bezüge.

Die hässliche kleine Schwester der Muße

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Die Langeweile, das große Gähnen - kaum etwas scheint der moderne Mensch mehr zu fürchten. Warum sonst lenken wir uns ständig ab, sind ständig beschäftigt und ständig auf der Suche nach neuen Reizen? Dabei ist Langeweile nicht gleich Langeweile. Und sie dient auch nicht immer als Erklärung für unsoziales Verhalten. Im Gegenteil. Wir versuchen der Langeweile auf die Schliche zu kommen und herauszufinden, wo sie sich von der Muße unterscheidet, was Monotonie damit zu tun hat und warum sich die Literatur beim Thema Langeweile vor allem über Schule und Sonntagnachmittage auslässt. Außerdem gibt es einen kleinen kulturgeschichtlichen Exkurs zur Langeweile, in dem wir Bekanntschaft mit dem Mittagsdämon machen. Uaaaahhh!

Ritas Literaturliste:

• Bellebaum, Alfred: Langeweile, Überdruss und Lebenssinn. Eine geistesgeschichtliche und kultursoziologische Untersuchung. Opladen: Westdeutscher Verlag. 1990.

• Decher, Friedhelm: Besuch vom Mittagsdämon. Philosophie der Langeweile. 2. Auflage. Springer: zu Klampen Verlag. 2003.

• Doehlemann, Martin: Langeweile. Deutung eines verbreiteten Phänomens. Frankfurt/Main: Suhrkamp. 1991.

• Heidegger, Martin: Die Grundbegriffe der Metaphysik. Freiburger Vorlesung Wintersemester 1929/30. Frankfurt/ Main: Vittorio Klostermann. 2010.

• King, Vera/ Gerisch, Benigna (Hrsg.): Zeitgewinn und Selbstverlust. Folgen und Grenzen der Beschleunigung. Frankfurt/Main: Campus Verlag. 2009.

• Safranski, Rüdiger: Zeit. Was sie mit uns macht und was wir aus ihr machen. München: Hanser. 2015.

• Svendsen, Lars: Kleine Philosophie der Langeweile. Frankfurt/Main und Leipzig: Insel Verlag. 2002.

Wer sagt da Ich beim Treueschwur?

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Wir Menschen sind nicht, wir werden. Unser ganzes Leben ist geprägt von Veränderungen. Körperlich wie psychisch. Und trotzdem ist da etwas in uns, das bewahren will. Das Zuverlässigkeit in allem Wandel fordert. In vielen Beziehungen sind Treue und Loyalität deshalb essentielle Werte. Dazu müssen wir vor allem erst mal uns selbst treu sein. Aber wie kann das gelingen, wenn wir uns doch ständig verändern und Anpassungen an uns vornehmen? Ist Treue wandelbar? Verhandlungssache vielleicht? Und warum werden Treue und Loyalität gerade da laut eingefordert, wo Angst vor Veränderung herrscht?

Digitalisierung: Friss oder stirb!

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Diesmal ist Dr. Matthias Burchardt von der Universität Köln zu Gast im WDDD-Podcast. Er bezeichnet sich selbst als Digitial Pioneer - hat also die Digitalisierung noch erlebt, als das ganze Konstrukt in den Kinderschuhen steckte. Wir fragen uns: Was macht Digitalisierung mit uns? Was bedeuten Interaktionsdesign und ständige Unterbrechung für unseren Alltag? Gibt es mehr Freiheiten oder macht uns das ständige im Netz sein zu Gefangenen von Maschinen und Algorithmen?
Wir widmen uns der Beziehung unserer Person mit unseren Avataren im Netz, schauen auf die Allverfügbarkeit von Informationen, auf Menschenrechte, Datenschutz und die Wurzeln des Menschseins.

Humor ist ein Saft

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Kann man eigentlich ganz ernsthaft über Humor sprechen? Ja, doch, schon - mal abgesehen von den Flach- und Wortwitzphasen. Aber die haben wir euch markiert. Ansonsten gibt es wirklich eine Menge zu klären rund um das Thema Witz und Humor. Dabei hilft uns diesmal Heinrich Lützeler - ein Bonner, der über die Philosophie des Kölner Humors geschrieben hat. Eigentlich schon komisch genug. Rita und Nora versuchen in dieser Episode Witz von Humor zu unterscheiden, widmen sich den Zynikern und der Ironie. Fröhnen der leichten Unterhaltung und lehnen es hin und wieder auch moralisch ab, sich über etwas lustig zu machen.

Glück ist ein domestiziertes Eichhörnchen

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Das war keine leichte Aufgabe, die uns Christoph aka @kieliscalling da gestellt hat. Sprecht doch mal über das Glücklich sein... Ja, hmmm. Nora hat schon Probleme, die Frage: "Wie geht's dir?" zu beantworten. Aber wir haben es trotzdem versucht. Und sind zu dem Ergebnis gekommen: Glück ist so wenig leicht in Worte zu fassen wie herzustellen.

Wir werden alle sterben!

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Keine Sorge. Wir verbreiten hier weder Panik noch schlechte Stimmung. Würden wir nie! Im Gegenteil. Wir starten mit einem sehr romantischen Bild - wir begeben uns nämlich... in unendliche Weiten! Denn vom All aus betrachtet ist die Erde nur ein kleiner, leuchtend blauer Punkt. Der Einzelne wird völlig unwichtig. Die Menschheit zur Einheit in all ihren Facetten und Schattierungen. Und unser Handeln, unser Sein, unser Gut und unser Böse verschmelzen zu einem Brei aus Nichtigkeit. Wieso also kommen wir eigentlich auf die Idee, dass es einen Unterschied macht, wie wir leben und handeln? Warum müssen wir uns damit auseinandersetzen, wenn es - im großen Ganzen - gar keinen Unterschied mehr macht. Wenn es egal ist, ob wir leben, je gelebt haben oder wieder zu Staub zerfallen? Dieser existentiellen Frage wollen wir in dieser Folge auf den Grund gehen.

Und bevor es zu Missverständnissen kommt: Nein, die Scheibe heißt nicht Discovery. Da hat Nora was gehörig durcheinander gebracht. Die Rede ist von der Golden Plate, die mit der Voyager ins All geschickt wurde.

Über diesen Podcast

Wo ist die Schamgrenze - zum Beispiel in der Sauna? Wie läuft das mit Schuld und Entschuldigung? Und darf ich eigentlich die politische und moralische Haltung von jemandem in Frage stellen? Rita Molzberger und Nora Hespers stellen sich all diese Fragen und diskutieren. Mal mehr mal weniger fachlich, aber immer auf der Suche nach Erkenntnisgewinn. Klingt bierernst, ist aber mitunter ganz schön witzig. Denn erst mal gibt es keine Denkverbote. Wir umkreisen Themen, decken auf, fragen nach, stellen Vermutungen an, sind uns oft einig - aber lernen immer wieder auch was Neues dazu. Wir haben einfach Spaß daran, laut zu denken. Denkt doch einfach 'n bisschen mit!

von und mit Nora Hespers und Rita Molzberger

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